WORLDunder4WHEEL

mit Bulli  auf Tour

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Erlebtes

Vorab möcht ich ein paar Sachen loswerden.Es gibt sicherlich die verschiedensten Herangehensweisen mit unterschiedlichsten Motiven.Jeder muß für sich selbst entscheiden,in wie weit er Gewohntes hinter sich lässt um sich auf Neues einzustellen.Was unsere Motive angeht,so kann man das wohl mit einem Wort beschreiben,         Zivilisationsmüde.

Was die Planung angeht,so sind wir bemüht Unsere,so gering wie nötig zu halten.Mal abgesehen von den obligatorischen Dingen,werden wir unsere Spontanität,auf gar keinen Fall,für zuviel "Geplane"opfern. 

Kein Zeitplan, keine festgelegte Route,den Tag entscheiden lassen was passiert,das ist unser "Plan".

Genau dieses wird unsere Herausforderung sein.An der wir,wie immer sie auch ausgehen mag,wachsen werden.

Wir versuchen euch mit unterhaltsamen und vielleicht auch spannenden Geschichten unserer Reise,auf dem laufenden zu halten,in diesem Sinne.

 

Es geht los Januar 2010

  So,wir haben ale Formalitäten erledigt,welche aufgrund unserer Planänderung,auch nicht mehr so umfangreich sind,wie sie es gewesen wären,wenn wir nach Südamerika aufgebrochen wären.Versicherungen abgeschlossen,Equipment gecheckt,Alle informiert die es angeht,an dieser Stelle nochmals Danke für die Unterstützung,die uns auch an unerwarteter Stelle entgegenkommt.Also kann es los gehen.Südfrankreich,Spanien,Portugal,Marokko vielleicht Mauretanien und Mali,Korsika,Alpen und wenn dann noch Zeit Geld und Lust vorhanden sein sollte,würden wir gern noch Richtung Nordkap fahren.Wir werden sehen wo es uns hintreibt.

 

Wir wissen nicht wie es anderen Reisenden,kurz vor der Abreise geht,aber wir möchten nicht unerwähnt lassen,das wir unter enormen Druck stehen.Es sind soviele Gedanken die in einem kreisen,kann ich so egoistisch sein alles einfach für längere zeit sich selbst überlassen,Claudi plagt das schlechte Gewissen ihre Eltern,die nicht mehr die Jüngsten sind,alleine zu lassen,obendrein meint es das Schiksal im Moment nicht besonders gut mit uns und wir werden von Zweifeln heimgesucht.Ich denke das es normal ist,wenn man einen solchen Schritt macht,das auch Ängste ihre Berechtigung haben und es gerade im Leben,darauf ankommt über seinen Schatten zu springen,um seine Ängste zu überwinden.Ist schon witzig,solange man mit der Planung und träumen seines Traumes,beschäftigt ist,ist alles easy,doch je näher der Tag der Abreise kommt umsomehr zeigen sich auch die Schattenseiten eines solchen Unternehmens.Wir haben allerdings beschlossen uns diesen,nicht zu beugen und sehen jede Schwierigkeit,jetzt und in der Zukunft,als persönliche Herausforderung,die also schon vor der eigentlichen Reise beginnt.

 

So und nun ist es endlich soweit,nachdem ganzen Stress,sowohl körperlich wie emotionaler Art,sind wir on the Road.Nachdem wir Frankreich durchquert haben sind wir an der Atlantikküste in Arcachon gelandet.Wetter ist leider noch bescheiden.dafür haben wir die ganze Küste für uns alleine.

 

Wir sind weitergefahren an die Asturische Küste Spaniens,bestimmt die schönste Küstenautobahn Europas.Leider noch keine Wärme in Sicht.Wir werden auf die Camperprobe gestellt.Nicht jeder würde sich bei knappen Plusgraden auf den Campingplatz stellen.Aber wir sind nicht davon ausgegangen das auf dieser Reise alles easy wird.

Unsere Campinggeduld wird wahrlich gleich am Anfang der Reise auf die Probe gestellt.Die heutige Nacht war wirklich der Knaller.Wir sind hier in der Nähe von Ribadeo (zwischen Gijo und La Coruna)auf einem Campingplatz,direkt am Strand.Der Atlantik meinte aber uns mal zeigen zu müssen wie es abgehen kann im Winter.Extremer Hagel der immerwieder aus dem Nichts auf unser Auto knallte und uns aus dem Schlaf riss.Sturmböen,die selbst unser 2.8t Bulli hin und her schaukelten und dann eine Brandung die sich anhörte wie ein Sommergewitter.Ihr könnt euch vorstellen wir sind total ausgeschlafen.Wir haben beschlossen,das wir die Küste so schnell wie möglich verlassen und uns Richtung Süden in wärmere Gefilde aufmachen werden.Auf nach Vigo zu Maria und Fernando.Wir brauchen Sonneeeeeee.

 

Mann,heute war echt ein abgefahrener Tag.Nachdem wir morgens unsere Zelte in Figuera da Foz abgebrochen haben und uns zu einem Besuch zu Dietmar und Maria aufmachten,die wir leider nicht antrafen ,ist uns zu allem Überfluß auch noch ca 50 Kilometer vor Lissabon bei 80 Sachen der hintere Reifen um die Ohren geflogen.An einer absolut beschissenen Stelle musste ich den Reifen wechseln,was trotz wenig Übung super geklappt hat.Ach übrigens das Blinkerrelais hat sich auch verabschiedet,when shit happens.

Nach all dem Pech endete der Tag allerdings hervorragend,denn Dietmar und Maria haben beschlossen uns in Lissabon zu besuchen und wir verbrachten den Abend bei Wein und einem hervorragendem Portugisischem Essen und tollen Gesprächen.Ein wirklich schöner Abend,an dieser Stelle nochmals viele Liebe Grüße an die Beiden,.Morgen werden wir mit den Bikes nach Lissabon radeln und versuchen einen Reifendealer ausfindig zu machen,bis dann Folks.

Die ganze Nacht hat es geschüttet wie aus Eimern,und wir sind genauso nass aus der Dusche gekommen wie wir hinein gegangen sind.Mit den Bikes in die Stadt radeln wird wohl nix.Doch das war noch nicht alles.Auf dem Weg in den Süden sind wir mehr als zwei Stunden durch ein Unwetter gefahren,wie ich es ehrlich gesagt noch nicht erlebt habe.Monsunartiger Regenfall der begleitet wurde von einem Sturm, der es mir sehr schwer machte den Wagen auf der Spur zu halten.Der Wettergott meint es bis jetzt nicht sehr gut mit uns,mal sehen was er als nächstes auf der Pfanne hat.

Dann habe ich endlich mit Händen und Füssen und ein paar Brocken portugiesisch,in einer Provinzwerkstatt,ein Blinkerrelais aufgetrieben.Das vermeintlich glückliche Schnäpchen,entpuppte sich als das falsche und hat mir kurzum die Amaturenbeleuchtung  durchgehauen,na super.Wie heißt es so schön,man wächst mit der Herrausforderung?Mein Ego ist fürs Erste bedient.Genug Unannehmlichkeiten,jetzt bitte mal ein paar Annehmlichkeiten.Ach übrigens, ein neues Reserverad brauchen wir auch noch,denn das was uns um die Ohren geflogen ist,ist föllig im Ar......Wird nicht einfach, da es sich um ein 225 75 r16 Rad handelt.Ich hoffe das ich irgendwo an der Algarve ein neues Rad bekomme,Fährt sich bedeutend ruhiger wenn man weiß das man Reserve hat.

Da wären wir Afrikas Küste direkt vor unserer Nase.Bei herrlichem Wetter stehen wir auf einem wunderschönen Campingplatz in Tarifa,mit direktem Blick auf die Strasse von Gibraltar.wir werden hier ein paar Tage die Sonne geniessen und uns seelisch und technisch auf Marokko vorbereiten.Endlich mal die Seele baumeln lassen und die nicht zu verleugnende Action der letzten Tage passieren lassen.

Heute haben wir es endlich malwieder auf die Bikes geschafft und sind ins Hinterland von Tarifa geradelt.

Idylle pur,auf bergigen Passagen verlässt man die Küste und fährt auf herrlichen Pisten durch eine Gegend wo die Welt noch in Ordnug scheint.Auf den Wiesen teilen sich Stiere Ziegen Pferde und die berühmten Patanegras in friedlicher Manie das Gras und Wasser.Unsere Tierliebende Claudi,bekam garnicht genug von diesem Anblick und ein Seufzer folgte dem anderen, ich muß gestehen,das mir beim Gedanken an den leckeren Schinken auf vier Beinen,das Wasser im Mund zusammen lief.

Anscheinend Glück,für alle die hier Leben.

Für bewegungsfreudige Menschen,wie uns,eigentlich ein  idealer Platz,Berge Meer Sonne Afrika Wow.

Wir werden die Gelassenheit dieses Ortes,so schnell nicht vergessen.

Eine andere Sache,macht mir allerdings Sorge.

Ich habe heute beim Check unserer Ausrüstung und des Autos,gesehen,das es mir einwenig Öl aus der Zylinderkopfdichtung rausdrückt,wirklich nur minimal.Ich hoffe ich habe nur zuviel Öl draufgekippt,denn unterwegs ist mir nichts aufgefallen,Temperatur alles normal,kein Nennenswerter Ölverlust.Wir werden es drauf ankommen lassen und hoffen im schlimmsten Fall,auf die Fertigkeit der Marokkanischen Schrauber.

Ganz ohne Panne mit einem alten Fahrzeug,trotz intensivstem Vorcheck bei Abreise,einen solchen Trip zu tun,wäre wohl zuviel erwartet.Also Gelassenheit(muß ich noch üben;-)

Heute hatten wir das große Glück ein Hollän disches Paar kennenzulernen.Die beiden entpuppten sich als absolute Afrikaexperten,insbesondere die Sahara hat es Ihnen angetan.Die Tips die Sie uns gaben waren absolut Goldwert und man hat uns nahe gelegt,als Wüstenanfänger nicht nach Mauretanien zu fahren,was wir beherzigen werden.Zum "Üben"wäre Marokko genau das richtige Land und die wussten wovon Sie sprachen.So unvermittelt wir uns trafen,so trennten sich auch wieder unsere Wege.Wir verabschiedeten uns mit einem herzlichen "Have a nice Trip and good Luck".

 

Wer kennt es nicht?Du bist am "Arsch der Welt"und triffst garantiert jemanden aus der "Heimat".So auch wir.Obwohl ich eigentlich kein Fan von Klischees bin,möchte ich euch von einer Begegnung erzählen.Wir hatten gesehen,das unten ein Bielefelder am Campen war und beim Strandspaziergang,trafen wir aufeinander.Ich:"Hey ihr seid aus Bielefeld!"

gefühlte 5 Minuten Pause,Er:"Wieso?"

Das kann ich auch dachte ich,dann eben auf Ostwestfalenlevel!Gefühlte 5 Minuten später,Ich:"Die Welt ist klein,wir kommen aus Gütersloh."......Pause,Er"naja,wenns nicht gerade Werther(für alle Nichtostwestfalen,eine Stadt im Kreis Gütersloh)ist.Warum er gerade das fragt,weiß ich nicht,vielleicht wohnt seine Schwiegermutter dort"...Pause,dann konterte ich gezielt mit:"Nein"

"Schon lange Hier?"fragte er in einem ganzen Satz,ich antwortete und so ging die ganze Sache belanglos weiter,eine absolut interessante Kommunikation.Claudi konnte sich das Lachen kaum verkneifen und auch ich konnte nicht glauben,das es "Ihn" wirklich gibt,den drögen Ostwestfalen,so Dröge wie die Regionen die wir bald bereisen werden,als wenn jedes überflüssige Wort,jeder unnütze Satz,eine Verschwendung von Resourcen wäre.Von welcher Art Resource es sich bei diesem jungen Mann handelte,ist mir nicht ganz klar.

Es zeigt sich wieder besseren Wissens,jedes Klischee findet seine Bestätigung.Übrigens,ich bin auch Ostwestfale......

Marokko

 

Da sind wir,Marokko...Afrika.Wow,wir sind beide überwältigt,von dem Gedanken,auf einem anderen Kontinent zu sein,all die neuen und aufregenden Eindrücke die uns erwarten.

Es geht gleich bei Ankunft in Tanger los.An der Grenze herrscht eifriges Treiben,überall tauchen Männer auf,die einem den Grenztübertritt erleichtern wollen.Da wir es versäumt hatten,im Vorfeld die Déclaration d'Admission Temporaire de Moyens de Transport,welche unumlässlig für die Einreise ist,im Vorfeld auszufüllen und wir sie auf der Fähre nicht bekamen,nahmen wir sogleich die Dienste eines der Männer in Anspruch und gegen den Wechsel eines 5 Euroscheins,bekamen wir das Papier und durch einpaar zusprechende Worte unseres Helfers an den Grenzer,eine beschleunigte Abfertigung.

Mann merkt sofort nicht mehr in Europa zu sein,verhüllte Frauen,überall gehen Menschen ihren kleinen und großen Geschäften nach,alte Autos überladene LKWs,wuselnder Strassenverkehr,mit dem ich super zurechtkomme.Überhaupt tut es gut nicht mehr hunderten gar tausenden von Reglements zuunterliegen,scheinbar.

Als Europäer fällt man hier natürlich auf,wobei wir da eher harmlos sind,mit unserem"alten"kleinen Bulli,wir werden im laufe unserer Reise noch sehen,was für eine dekadente weiße Flotte hier unterwegs ist,aber dazu später.

So wir haben Dirham in der Tasche und unsere erste Station ist Moulay Bousselham,ein nicht gerade idyllisches kaltes Plätzchen,trotz empfehlender Worte anderer,hat es uns hier nicht gefallen,übrigens,da waren sie wieder,meine achso heißgeliebten französischen Stehklos;-) Ein ehrliches Wort gefällig?Da buddeln wir uns lieber ein Loch und sch..... in die Natur.

Also weiter geht die Fahrt,nächste Station El Jadida.Bei der Einfahrt auf den Campingplatz,trafen wir das erstemal auf Sie.Der ganze Platz war belegt mit mindestens 30 bis 40 Wohnmobilen,wir hatten Schwierigkeiten einen Platz für unseren kleinen Bulli zu bekommen,doch ich ergatterte uns einen.Ehrlich ich konnte nicht glauben was ich sah,waren wir doch in Afrika,hallo !!!!!Abenteuer Exotic,Natur und Ruhe,und nun entpuppt sich das ganze hier als Rentnerparadies.

Da werden die fettesten Kisten zur Schau gefahren,Sattelitenanlage Fernseher usw.Schrecklich.In Sous Massa gipfelte das ganze.Auch hier der ganze Platz,der eher einem Parkplatz ähnelte,voll von diesen Dingern.Gleich in der ersten Nacht erwischte uns dort ein heftiger Sandsturm,am nächsten Morgen,Claudi und ich beim Kaffetrinken,da begann ein Regiment aus Männern eine Putzorgie,wie ich sie noch nicht erlebt habe,da wurde kostbares Wasser verschwendet um die teuren weißen Kisten wieder auf Hochglanz zu bringen,ein schier hoffnungsloser Kampf um auch das allerletzte Sandkorn aus seinem Territorium zu vertreiben entbrannte.

Die Burschen hatten alles dabei,was man für einen solchen Fall brauchte,Schläuche Kompressoren Besen Staubsauger usw.Ehrlich gesagt schämte ich mich für uns Europäer,nicht genug,das wir es uns überhaupt leisten können,in der Weltgeschichte rum zufahren,aber muß ich es dann auch noch mit solch einem Prunk und Protz tun.Übrigens folgte am darauffolgenden Abend erneut ein Sandsturm und das gleiche Prozedere am nächsten Morgen.Mann nimmt seine Spiessigkeit anscheinend überall mit hin.Nebenbei gesagt sind die meißten Wohnmobilkapitäne Franzosen(sorry Eric),die sich teilweise immernoch wie Kolonialherren verhalten.Wir fanden es zum kotzen und hofften das es enden wird ,je weiter wir Richtung Süden aufberechen.Das schöne ist,das man auch an solchen Orten klasse leute trifft,so wie die drei Jungs,die mit Ihrem altersschwachen 3er BMW,auf dem Weg von Togo,nach Deutschland,hier gestrandet waren.Sie erzählten uns von Ihrer abenteuerlichen Reise und empfahlen uns,aufjedenfall in den Senegal zu reisen.Mann da hat man uns aber einen Floh ins Ohr gesetzt.Was sagte Hans ein Biker auf dem Weg nach Kapstadt:Du bist doch schon in Afrika,du brauchst doch nur fahren:Recht hat er,allerdings so einfach ist es dann doch nicht.wir müssten erst nach Rabat zurück,um uns ein Visum für Mauretanien zu holen,denn nachdem sie ein italienisches Pärchen entführt haben,geht ohne Visum garnix und hinzu kommt das man Mauretanien nur als Transit benutzen kann,also schnell durch.Sehr schade,weil es bestimmt ein wunderschönes Land ist.Mal schauen.......

 

Auf Empfehlung von Hassan,einem absolut liebenswerten Marokkaner,fuhren wir weiter nach Sidi Ifni,das selbe Bild,kein Platz keine Ruhe nur Wohnmobile.

Abends lernten wir Uwe und Beate kennen,die schon seit einem Jahr unterwegs sind,ürsprünglich Richtung Indien,aber im Iran entschieden sie sich um und hier waren wir gemeinsam in Sidi Ifni ungläubig über das was wir sahen.Wir quatschten den ganzen Abend und beschlossen über SMS Kontakt zu halten,um uns abzusprechen wann und wo wir uns wieder sehen.

 

Achso,ich muß noch ein paar Sätze über Essaouira verlieren.Die einzige Möglichkeit in diesem beschaulichen Fischerörtchen zu nächtigen,war ein Parkplatz mitten im Ort direkt an der berühmt berüchtigten Fischgrillhütte.

Nachdem man uns für 40 dirham einen platz zugewiesen hatte,dauerte es nicht lange,bis wir belagert wurden von Leuten die allerlei von uns wollten,der eine einen Kaffee der andere Zigaretten der andere Dirham.Ich wollte natürlich jedem was geben,aber Claudi bremste mich Gottseidank aus und überzeugte mich,das,wenn man einem was gibt,das ganze kein Ende findet.Also bekommt niemand was.

Die Stadt hat eine wunderschöne Medina in der man sichganz entspannt dem bunten marrokanischen Treiben hingeben kann,wirklich klasse.Abends sind wir dann in besagter Fischgrillhütte eingekehrt und haben uns einen herrlichen Wolfsbarsch auf den Grill geschmissen,herrlich.

Wir verbrachten dieNacht dort und verabschiedeten uns am frühen Morgen.

 

Nun stehen wir seit dem 27.01.10 im Fort Bou Jerif nahe des Plage Blanche.Ein absoluter Highlight der Reise ,bis jetzt.Der Platz ist nur über eine Piste zu erreichen und liegt abgelegen in mitten herrlicher Dünenlandschaft.Wir kamen an und außer uns,standen nur noch drei weitere Camper dort.Herrliche Ruhe superfreundliche Leute und eine Natur wie wir sie uns von Afrika erhofft haben.In der Nähe ist ein verlassenes Fort und eine Oase direkt am Oued Noun(Flüsschen)an dem man durch eine filmreife Kulisse entlangwandern kann.Zum Mountainbiken kann ich nur sagen,die genialsten Trails die wir bis jetzt gefahren sind.Da es keine wirklichen Wege gibt muß man sich, mit der Sicherheit eines GPS ,einen Weg suchen.Um ausgewaschene Canyons herum,über Sandberge,wechselt die Landschaft permanent ihr Antlitz.Ich werde versuche den Trail mit der Kamera einzufangen.

Ein paar Tage später,trudelten auch Uwe, Beate und ihr Sohn Laurin ein,was uns sehr erfreute.Wir genossen die ersten lauen Nächte bei Vollmond in Gesprächen vertieft und beschlossen gemeinsam Richtung Plage Blanche aufzubrechen.Ab hier ist Camping Sauvage angesagt.Also genügend Wasser und Lebensmittel bunkern und los gehts.

 

2.02.10 Heute war ein absolut aufregender Tag,an dem wir unsere Offroadprobe bestehen sollten.Am Morgen haben wir Fort Bou Jerif verlassen und sind Richtung Plage Blanche aufgebrochen,irgendwann endet die Strasse und man steht an der Küste mir einem 25 Kilometer langen Sandstrand.Von hieran geht es nur  noch per Piste weiter und es ist empfohlen nur noch mit geländegängigen Fahrzeugen weiterzufahren.Nachdem wir beschlossen haben hier nicht länger zu verweilen,verabschiedeten wir uns vorerst von Uwe,Beate und Laurin,die uns liebenswerter Weise zum Abschied noch ihr Reisebuch"Doppelpack"geschenkt haben.Sie sind unter anderem mit den Motorrädern von New York nach Feuerland gefahren,sehr inspirierend die Beiden und dabei so schön unkompliziert.Wir haben die letzten Nächte an ihren Lippen gehangen und uns Ihre Reiseerlebnisse erzählen lassen.Es hört sich vielleicht blöd an,aber Claudia und ich geniessen es sehr im Kreise der Globetrotter angekommen zu sein.Also Ihr drei wir treffen euch später wieder an anderer Stelle.

Also wir ab in den Bulli,alles rappel und rüttelfest verstaut und rauf auf die Piste.Noch guter Dinge und voller Zuversicht das Technik und Fahrer die Herausforderung meistern.Zunächst ging es weniger schwierig,beschaulig an einem Oued entlang,dann die erste Furt,auch ohne Probleme,dann die zweite schon etwas schwieriger und dann eine steile etwa 1 Kilometer lange steinige Piste hoch auf ein Hochplateau.Der Bulli meisterte trotz extremer Beladung alles mit Leichtigkeit.Dann geleitet von unserem GPS über das Plateau über steinige sandige Pisten.Soweit so gut,aber dann aus heiterem Himmel zog ein Gewitter auf und innerhalb von Minuten,wandelte sich die Piste in ein lehmig,glitschigen Bach und wir entschieden uns die Exkursion nach Tan Tan,immerhin 125 Km lang an dieser Stelle abzubrechen und umzukehren,eine weise Entscheidung.Die ganzen 15 Km die wir auf dem Plateau zurückgelegt hatten fuhren wir nun,bis zu den Einstiegen im Wasser unter Blitz und Donner zurück.Nicht gerade angenehm,da wir ja der höchste Punkt weit und breit waren.Ich rechnete jede Sekunde mit einem Blitzeinschlag,doch wir blieben davon verschont.

Dann kam sie die steile steinige Piste,sie hatte sich in ein Sturzbach verwandelt und wir fuhren besser fielen dort hinunter,Wahnsinn.Doch wir schafften auch das ohne Blessuren.Dann kam  die heftige Furt und der steinharte Lehmboden hat sich in eine klebrige rutschige Pampe verwandelt.Oh Mann,da kamen mir erste Zweifel und zwei Marokkaner die uns dort sahen,kamen und konnten diese nicht wirklich beseitigen.So nach dem Motto,ganz schlechter Platz zum stehen,wenn es weiterregnet dann wird die Furt zum Fluss,ihr müsst die Piste wiederhoch.Was?die Piste,die wir mit Mühe und Not heruntergekommen sind,No way.Also allen Mut zusammen genommen,festhalten und mit Geländeuntersetzung und Gas an der richtigen Stelle hindurch und wir haben es geschafft.jetzt nur noch das letzte Stück,welches sich allerdings als das schwierigste erwies.Glitschige Lehmpiste mit tiefem Wasser,nicht mehr wirklich ersichtlich wo ich lang fahren sollte.Hardcore,doch auch diese Hürde nahmen wir und ich bin überwältigt von den fahrerischen Möglichkeiten dieses Bullis,absolut souverain.Und bei aller Bescheidenheit,bin ich auch ein wenig Stolz auf mich,den hättest du mich vor die Wahl gestellt wäre ich dort nie und nimmer lang gefahren.Geht nicht gibt's nicht......stimmt.Wir erreichten müde und sicher wieder Plage Blanche und köpften eine unserer letzten Flaschen Wein um den Erfolg zu feiern.

 

Der Regen des letzten Tages,bremste uns ein weiteres Mal.Wir konnten den Oued Assaka nicht überqueren,die Strasse war unpassierbar.Aus einem Bach ist ein reißender Strom geworden.So campten wir auf einem Hügel abseits der Strasse und hatten freie Sicht auf den Assaka und die Strasse.Alle Camper und Reisende aus Richtung Plage Blanche und auch jene,die in die andere Richtung wollten,teilten unser Schicksal .Claudi fand das super und sprang den ganzen Tag mit der Kamera umher und genoss sichtlich die von der Natur verabreichte Zwangspause. Ich war überrascht wie entspannt ich dabei blieb,ich nahm mir einen Stuhl spielte Gitarre und wartete.Am nächsten Morgen war die Strasse wieder frei und............

 

Weiter geht's Richtung Süden,auf in die Westsahara.

Unsere erste Station ist Ksar Tafnidilt,kurz vor Tan Tan.Über eine Piste die nur noch mit Offroadfahrzeugen zu fahren ist,fahren wir durch Atemberaubende Landschaft ,bis wir dann die wunderschöne Anlage des Ksars thronend auf einem Hügel erreichen.Wir werden belohnt von einer majestätischen Aussicht über eine Ebene und die Ruhe dieses Ortes ist unbeschreiblich.Wir haben die ganze Anlage für uns alleine.Leider gab es einen Wermutstropfen,denn der Patron dieses Ortes,schwelgte nicht gerade vor Freundlichkeit und ließ sich überhaupt nicht mehr blicken.Seine Angestellten,insbesondere einer,waren hingegen supernett und so glaube ich,dankbar für die gesprächigen Europäer,so kamen wir schnell ins Gespräch.Es ist eine große Freude,zu erleben wie freundlich die Menschen hier sind.Jeder hat ein Lächeln und einen Gruß übrig und man fühlt sich sehr willkommen in diesem Land.

Hinter Tan Tan kommen die ersten Billigtankstellen und wir füllten freudig unsere Tanks mit Diesel de Sahara.Später mussten wir am eigenem Leibe erfahren,das der Sprit von zweifelhafter Qualität ist und uns prompt eine Dichtung an der Dieselpumpe kostete,aber dazu später mehr.

Nachdem wir Tarfaya,die Heimat des"kleinen Prinzen" erreichten schlug Claudia vor zum Camp,Roi de Beduine,zu fahren.Eine,wie sich herausstellte,top Entscheidung.

Auch hier ein wunderschönes Kleinod am Rande eines riesigen Salzsees,absolutes Naturerlebniss.So was hatten wir bis dato noch nicht erlebt. Richtige Wüste und das Thermometer kletterte schnell mal auf über 40 Grad in der Sonne. Trotzdem ein unvergesslicher Ort,mit Gastfreundlichen Betreibern die uns Abends ein köstliches Hühnchen im Beduinenzelt servierten. Hier bleiben wir,sagte Claudi und ich stimmte zu.

Es ist schon witzig,welche Zufälle das Leben so bereit hält. Am nächsten Morgen bemerkte ich ,das nachts ein weiteres Fahrzeug eingetroffen war. Wie klasse unser Wüstenpaar aus Holland,die uns in Tarifa mit wertvollen Tips zur Seite standen.

Offensichtlich auch sehr überrascht uns hier zu treffen,freuten wir uns alle sehr und verbrachten zwei wunderschöne Tage mit super Gesprächen. Jop wies mich in die Tücken des Offroad Fahrens ein und hatte so manchen technischen Schmankerl parat. Also liebe Doreen und lieber Jop,wir hoffen euch wieder zusehen,viel Glück.

 

Wie vorher schonmal erwähnt,war da dieses Problem mit der Dieselpumpe.

Also ab nach Laayoune,in der Hoffnung man könne uns dort helfen,doch der einzige"Pumpenexperte"war nicht auffindbar,so haben wir beschlossen,erst das Auto dann die Weiterreise. Ab nach Agadir,dort gibt es eine VW Werkstatt. So sind wir die knapp 700 Kilometer an einem Stück durchgefahren,gegen unsere Regel nicht bei Dunkelheit zu fahren. Bis Sous Massa zu unserem Marokkanischen Feund Hassan um dort zu schlafen und dann frisch ans Werk zu gehen.

Er sagte Dont go to VW,to expensive,go to Ait Melloul they can repair everything.

Mit Hassans Hilfe und mit gebrochenem Französisch,trafen wir in Ait Melloul auf wieder einmal superfreundliche Menschen die,"Pas de Problem"sich sofort ans Werk machten,da wurde gecheckt und organisiert und gemacht und getan,wir konnten garnicht so schnell gucken,wie das Auto repariert  und obendrein noch ein Ölwechsel gemacht wurde.Absolute Improvisation,jeder Deutsche Mechaniker würde bei den Arbeitsbedingungen schier verzweifeln.Das ganze kostete uns dann 450 Dh gut 40 Euro.Man verabschiedete sich herzlichst von uns "Bon Voyage"und mir kam der Gedanke,was immer uns in diesem Land passieren sollte,wir werden immer auf Hilfe treffen und es beschämte mich daran zu denken wie das bei uns zuHause wäre.

Nun endlich nach fast 6 Wochen sind wir drin,im Reiseflow.wir springen über unsere eigenen Schatten, quatschen mit den Leuten suchen den Kontakt und ernten nur positives Feedback.Weiterso.

Nun sitzen wir mit Hassan zusammen und feiern mit einem Bierchen unseren Erfolg.Klasse Typ der sich über das Bier freut wie ein Kind über Schokolade,denn wir sind im Lande Allahs.Alkohol gibt es nur in den großen Supermärkten in großen Städten zu horenden Preisen.Selbst an einer Polizeikontrolle wurden wir von dem Beamten nach Biere gefragt.

 

 

Es ist schon seltsam vielleicht auch bedenklich,aber wir freuen uns mittlerweile wie kleine Kinder,wenn wir die Möglichkeit haben in einem großen Supermarkt einzukaufen.Zu unserer  Entschuldigung,muß erwähnt werden,das es nur in den Großen Städten,die Möglichkeit gibt,seiner Konsumgier zu fröhnen.Südlich von Agadir ist damit ganz Schluß.

Da wir ja sowieso wieder zurück nach Agadir mussten,bunkerten wir soviel "Leckereien"wie der Bulli an Platz hergab,herrlich.Dabei trafen wir Liam ,einen sympathischen Engländer der mit seinem Offroader auf dem Weg nach Mauretanien war.Wir kamen sofort ins Gespräch und er erwähnte das er Probleme mit seiner Bremsanlage hätte und wir stimmten überein,das es keine gute Idee ist mit einem technischem Defekt,dieses Wagniss einzugehen,ist die Reise dorthin schon risky genug.Wir verabredeten,das wir uns in 2-3 Wochen in Mahmid treffen,um die wunderschöne Piste um den Lake Iriki herum,gemeinsam zu fahren,ich freu mich schon.

Da klingelt das Handy und Uwe,unser Weltenbummler,meldet sich und will wissen wo wir stecken,kommt doch nach Tafraoute,wunderschön hier,absolutes Trekking und Mountainbike Paradies,obendrein ist gerade Mandelblüte.So machten wir uns kurzerhand mit vollem Kühlschrank und genügend Lebensmitteln und Wasser,auf den Weg dorthin.

 

Tafraoute,es haut ein förmlich um,wenn man dieses Bergstädtchen erreicht,eine Landschaft wie ich sie mir von Utah, Moab, USA,vorstelle.Eine Felslandschaft aus roten Granitfelsen,die aussehen,als wenn sie jemand für eine Filmkulisse aufeinander gestapelt hätte.Nocheins fällt uns sofort auf,diese Ruhe und Friedlichkeit die dieser Ort ausstrahlt.

Dort trafen wir uns wieder.Herzlichst begrüsst uns Uwe,dessen Frau Beate und Sohn Laurin,auf Kurzbesuch in die Heimat sind.

Wir checkten auf dem Campingplatz ein,endlich mal mit WiFi und freuten uns über das Wiedersehen.

Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung ins Umland und der erste Eindruck bestätigte sich,denn hinter jeder Ecke,hinter jedem Hügel,öffnete sich eine grandiose Landschaft.

Danach ging`s ab auf die Bikes und wir drei machten uns auf den Weg zu den blauen Steinen,als plötzlich vor uns,ein weißer Landcruiser,von einer Piste auf die Strasse bog,es war unglaublich,aber mir war sofort klar,das es sich um Job und Dorine handelt.Also ich wie von der Tarantel gestochen los,die anderen Beiden wunderten sich,was hat der denn,und hinterher.Pfeifend schreiend und keuchend versuchte ich sie einzuholen,ohne Erfolg.Als ich gerade aufgeben wollte,sah ich,wie sie auf eine andere Piste einbogen und stehen blieben.Ich fuhr unbemerkt an Ihr Seitenfenster und fragte,You need some Help? .........Ihr könnt euch die Überraschung vorstellen mein Gesicht hier zu sehen,wir fielen uns in die Arme immer noch ungläubig ob dieses Zufalls.Inzwischen trudelten Claudi und Uwe ein,die jetzt verstanden warum ich so Kette gemacht habe.Das Leben ist echt crazy,da stimmten wir alle zu und lachten.Wir quatschten einen Moment und so schnell der Zufall uns zusammen führte,so schnell trennten sich auch wieder unsere Wege.Ich dachte so bei mir,Wirklich Zufall?wären wir oder die beiden auch nur eine Minute früher oder später an dieser Stelle gewesen,wär en wir aneinander vorbeigefahren.Dieses war das drittemal,das wir sie trafen und Marokko ist kein kleines Land.

 

Claudi und ich beschlossen,auf dieser Reise,nochmal einen Stopp in Tafraoute einzulegen,denn leider wurde das Wetter schlechter und wir verabredeten mit Uwe den Tiz`n`Test,eine sehenswerte Passstrasse,nach Marrakech zu fahren,um seine Familie am Flughafen einzusammeln.So blieben wir nur zwei Tage und machten uns auf den Weg.Erste Etappe, Taroudannt und nach einer kalten und feuchten Nacht,änderten wir unseren Plan und verabschiedeten uns erneut von Uwe.Es wäre eine Schande in den Hohen Atlas zu fahren,wenn das Wetter keine Bike und Trekkingtouren zulässt und nur um in Marrakech auf den Souk zu gehen waren uns diese anstrengeden 500 Kilometer zu schade.Uwe verstand unsere Absicht sofort und simste wenig später,das es die richtige Entscheidung war,da sich das Wetter nochmehr verschlechtert hatte und er die Passstrasse nicht fahren konnte und den Umweg über Agadir nehmen musste.Wir stehen in Kontakt und werden uns auf dieser Reise aufjedenfall wiedersehen.

 

Wir machten uns auf Richtung Osten,immer eine Sonnenlücke über unseren Köpfen.Ouarzazate,eine vom aufkommenden Tourismus geprägte Stadt,prunkvoll,Hotels,touristisch eben.Nicht wirklich unser Ding,denn da wo viele Touristen sind sind auch wieder die nervigen Typen die dir was verkaufen wollen.Schade eigentlich,weil die Landschaft ringsum ist wunderschön,das wussten auch zahlreiche Filmproduktionen zu schätzen und noch heute kann man die in die Landschaft gepflanzten Kulissen "bewundern".Charles Bronson und Co haben sich kurzerhand Villen bauen lassen,da Ihnen die Unterkünfte Vorort wohl nicht zusagten.Wir verliessen nach einer regenreichen Nacht Ouarzazate in Richtung Sonne.Übrigens haben andere mit Ihrem Fahrzeug weniger Glück als wir.So trafen wir dort einen Holländer der seinen teuren Igelhaut Mercedes,bei einem Pistenausflug geschrotet hat und  sich auf einen längeren Aufenthalt einstellen musste um auf die Ersatzteile zu warten.So Toi Toi Toi!!!!!!

 

Ich weiß nicht was ich davon halten soll,aber wie hoch ist die Warscheinlichkeit,das in einem Land das um einiges größer ist als Deutschland,sich ein deutsches und ein holländisches Pärchen,zum vierten Mal treffen?Dabei muß ich anmerken das zwischen diesen beiden Treffen mal schlappe 500 Kilometer liegen.Doch auch dieses Zeitfenster,welches sich nur für Sekunden öffnete,nutzten wir,denn wären wir eine Minute später gefahren und die beiden nicht umgedreht weil sie einen Supermarkt suchten,dann.......usw.Doch was soll ich sagen ,noch ungläubiger als beim ersten Mal,setzten wir uns in ein Cafe und mussten das erst sacken lassen.Nachdem der erste Schock überwunden war,sprachen wir über das was wir die letzten Tage erlebt haben über das was wir vor haben und beschlossen die Beiden in Holland zu besuchen.Wir freuten uns alle sehr und stellten fest,das uns etwas verbindet,das man mit logischer Herangehensweise nicht erklären konnte,das obwohl sie unsere Eltern sein könnten und mittlerweile Enkel haben,die sich sicherlich darüber freuen,so durchgeknallte Großeltern zu haben,wir Seelenverwandte sind.Ein magischer Moment dieser Reise.Wir verabschiedeten uns mit der Gewissheit,das es das wirklich das letzte Mal sein wird das wir uns sehen,denn sie fahren Richtung Norden und wir Richtung Süden.Sie schenkten uns eine Safranpflanze,wir umarmten uns and the Trip goes on.Alles Liebe Dorine und Job.

 

Wir sind dann weiter Richtung Erg Chebbi und checkten in Erfoud auf dem Camp ein.Dies erwies sich als absoluter Glücksfall,den neben einer heißen Dusche und freundlichem Personal,lernten wir dort Kees und Bea ein absolut liebenswertes holländisches Pärchen,wie überhaupt,die Holländer sich auf dieser Reise als supernett erwiesen,Derek,der mit seiner ganzen Familie von Down Under ,ein ganzes Jahr durch Europa reist und Hans und Christine.Die Beiden sind seit nunmehr 20 Jahren mit Ihrem damals neu gekauften Syncro so ziemlich alle Wüstenstaaten Afrikas abgefahren.Algerien,Marokko,Mali,Mauretanien usw.Ihr könnt euch vorstellen wie interessant das für uns war.Sie zeigten uns Abends ein paar Ihrer Bilder der letzten Reisen und wir waren hin und weg.Doch die große Überraschung kam am nächsten Morgen.Eigentlich waren die beiden auf dem Rückweg,doch dann fragten sie uns.ob wir nicht Lust hätten bei dem schönen Wetter,eine wunderschöne Piste hinter den Erg Chebbi zu fahren(zur Info,der Erg Chebbi ist ein Sandmehr,das von der einen Seite über eine Teerstrasse zu erreichen,, ist und deshalb von vielen Touristen heimgesucht wird)dort wäre es ruhig und traumhaft schön.Und wir fuhren und verbrachten zwei Nächte und die darauffolgenden Tage inmitten der Sanddünen,die hier bis zu 100 Meter hoch werden.Wir spielten Boule und Christine kochte uns eine herrlich duftende Tagine,unvergesslich.Da Hans und Christine schon zwei "alte Hasen" im Offroadfahren waren,zeigten sie uns mal was so ein Syncro draufhat.Es ging mit Gas über Steinpisten und nachdem wir den Reifendruck auf 1,5 bar reduziert hatten quer durch die Sanddünen,man was für ein Spass und mit Leichtigkeit buddelten sich unsere schwer beladenen Bullis durch bis zu unsrem Biwak.Absolutes Wahnsinns Erlebniss für uns,für die beiden schon Routine,trotzdem war auch hier Begeisterung zu spüren.Wir liessen uns unser Abendbrot,nach der Aufregung schmecken und schliefen unter einem Wahnsins Sternenhimmel ein.Nebenbei bemerkt,war es für mich eine Gratis Lehrstunde im Offroadfahren und die vielen Tips die man uns ,gab waren ein Geschenk.Vielen Lieben dank an Euch,Christine und Hans und auf dem nächsten Afrikatreffen in Frankfurt sind wir dabei.

Das war aber noch nicht alles,denn,wir entschlossen uns noch die 120 km Piste nach Zagora gemeinsam zu fahren.Es ging durch eine atemberaubende Landschaft und nach ein paar Kilometern hielten wir inne um in einer verlassenen Mine nach Steinen zu suchen.Wir wurden fündig und ich musste Claudi ausbremsen um die zulässige Nutzlast unseres Bullis nicht zu überschreiten.

Es ging weiter durch einsame Dörfer die völlig abseits lagen und wir wurden sofort begrüsst von unzähligen Kindern die auf uns zurannten.Monsieur un Stilo Bon Bon riefen sie und rannten neben unseren Wagen her,so das man aufpassen musste.Wir erreichten ein Tal in dem man unzählige Quartzadern finden konnte,es war herrlich,auf einem Berg konnte man das ganze Tal einsehen.

Wir entschieden uns für eine Cola in einem Cafe an der Strecke einzuchecken.Cafe?eher ein Bretterverschlag im Nirgendwo,wo ein überaus freundlicher gehbehinderter Marokkaner uns überraschenderweise 4 eiskalte Cokes aus dem Kühlschrank zauberte.Abstruse Situation ,du sitz hier mitten in der Einöde und trinkst im Schatten einer Bretterveranda eine Coke und wunderst dich über Gastfreundlichkeit und Fröhligkeit dieses doch recht gehandicapten Mannes.Weiter gings,jetzt kam der anstrengende Teil,übelste Steinpiste,jedenfalls für uns,die wir noch Wüstenunerfahren sind.Hans sagt immer,Mensch das war doch noch garnichts.Da wundere ich mich doch sehr über die Robustheit der Technik da erreichen wir Zagora,ich völlig fertig von der Konzentration und Anstrengung,wir beide überwältigt von den Eindrücken und der Natur der letzten Tage.Unter Palmen auf einem kleinen Campingplatz kamen wir dann zur Ruh und schliefen wie kleine Babys.

 

Der Tag des Abschieds,fiel uns allen schwer.Wir hatten eine so intensive Zeit mit Hans und Christine erlebt,die uns für immer verbinden wird.Klingt vielleicht pathetisch,ist aber so,jedenfalls für mich.

Eine letzte Umarmung und wir waren wieder solo on the Road.So schön die Zeiten mit anderen Reisenden auch sind,geniessen wir doch unsere Freiheit und Ungebundenheit in vollen Zügen.

Die nächsten Tage sind nicht wirklich erwähnenswert,da mich eine Magen und Darmverstimmung,den unglaublichen, nicht zu erreichenden Luxus einer, meiner deutschen Toilette,zu schätzen wissen ließ.Französische Stehklos sind ja schon im gesunden Zustand,nicht wirklich eine Zier,aber mit Dünnpfiff ,die ganze Nacht im Dunkeln mit Stirnlampe,über so einem stinkenden Abgrund zu sitzen,echt der Horror.Aber auch das war überstanden und fit wie ein Turnschuh fuhren wir weiter und trafen unsere Freunde Uwe Beate und Laurin an den Kaskaden von Tissint.Sonnenschein und Wärme ermöglichten uns ein Schwimmchen zu wagen und wir verbrachten wieder einmal viel Zeit mit Pläne schmieden und rum philosophieren.Abends überraschte uns ein gigantischer Sternenhimmel und in eine Decke gehüllt erkannte ich die Überheblichkeit mit der wir Menschen,jedenfalls die meisten,ihr Leben gestalten und wie unwichtig die doch so wichtigen, liebgewordenen Dinge eigentlich sind.

Am nächsten Morgen quälte Claudia und mich die"Luxussorge",wie schon seit einiger Zeit,wohin,nachdem wir Marokko verlassen haben.Denn Marokko ist eine Sackgasse und unser ursprünglicher Plan,nach Mauretanien einzureisen wurde nun endgültig erstickt.Da die Sicherheitslage,wegen einiger Entführungen und,sowie uns gesagt wurde,auch Ermordungen,prekär und uns zu stressig ist.

Aber Beate und Uwe haben uns da auf eine Idee gebracht,dazu mehr wenn sich die Idee konkretisiert. 

 

 

Diese Reise bietet soviele Überraschungen,die eine gerade verarbeitet,da steht die nächste schon vor der Tür.

Wir sitzen gerade draußen,der Kaffee ist heiß und duftend in der Tasse,ich war in der Stadt frische Croissants holen,da fällt uns etwas kleines gelbes auf,das neben unserem Bulli hält.

Ein Fiat 500.Als wäre es nicht schon verwunderlich genug,das jemand mit so einem Wagen hier rumcruised,geht die Tür auf und ein großgewachsener Mann steigt aus.Ihr könnt mir sicherlich helfen,sprach er.Und wir luden Ihn zu einer Tasse Tee ein und lauschten seiner Frage.Er wollte wissen welche Pisten er mit seiner Knutschkugel wohl fahren könnte.So kamen wir ins Gespräch,bei dessen Verlauf sich herausstellte das er unter einer Immunschwäche litt und sich seinen Traum in die Sahara zu fahren,mit seinem gelben 500er erfüllte.Es war eine absolut intensive Begegnung,wie aus dem Nichts,trafen sich unsere Wege und trotz aller Unterschiede,verband uns auch mit Ihm die Leidenschaft Neues zu erleben und Barrieren zu brechen.Wir stellten fest,das wenn man mit so einem Exotischen Fahrzeug unterwegs ist,das Interesse der Medien groß ist.So verfolgten einige Fernsehsender und Magazine seine Reise denn er fiel auf wie der berühmte bunte Hund.Burkhard,war sein Name und seine Freundlichkeit und positive Lebenseinstellung sollten all den Nörglern zu Hause zu denken geben.Wir freuten uns riesig über diese Begegnung und wünschten ihm alles Gute und so schnell und unerwartet er auftauchte so fuhr er wieder von dannen,allerdings nicht ohne mich vorher in die technischen Raffinessen seiner gelben Liebe einzuweisen. Bon Route mon ami

 

 

Wir verabschiedeten uns von dem zweiten Besuch in Tafraout und machten uns bei Schmuddelwetter auf den Weg nach Marrakesh.Ehrlich gesagt fand ich diese Stadt nicht so besonders und es fiel mir schwer die manchmal schon hysterische Art mancher,von Marrakesh zu erzählen,nachzu vollziehen.

Wir checkten auf einem zugegebener Maßen schönen Campinplatz ein und genossen den Pool und die vor bunten Blumen nur so trotzenden Parkanlage.Wir trafen Remco und Rienecke,zwei supersymphatische Holländer,mal wieder,denen wir in Erfoud schonmal begegnet sind und erlebten einen klasse Abend.Nachdem wir mit unseren Bikes zurückgekehrt sind,von der Excursion in die Medina und auf den "berühmten"Souk Marrakeshs.Ich fand das alles sehr touristisch und ich konnte dort keinen ursprünglichen orientalischen Charme finden,die Authentizität der Einheimischen ist zu einer Gauklerei übelsten Ausmaßes verkommen.Ich konnte dem jedenfalls nichts abgewinnen und auch Claudi war entäuscht,hatte sie sich doch einiges von dem Ort versprochen.Wir aßen,eher schlecht in den Garküchen auf dem großen Platz,drehten eine Runde durch den Souk,der architektonisch vielmehr zu bieten hatte als Shoppingmässig und so verliessen wir bewaffnet mit unseren Stirnlampen wie zwei Ausserirdische unter neugierigen Blicken,die Szenerie.

Da unser Auto mir immer noch Sorgen macht und ich diese dunkle Wolke nicht abschütteln kann,beschlossen wir uns Richtung Tanger und Grenze auf den Weg zu machen,haben wir doch noch einen wichtigen Termin am 6,4,2010 in Österreich.

Wir erreichten Tanger und um uns die Entscheidung,Marokko zu verlassen zu erleichtern,versuchten an mehreren Ampel irgendwelche durchgeknallten Jungs,uns die Bikes vom Träger zu reißen.mann war ich angepisst und der Versuch einen von den Arschlöchern zu packen misslang,zu deren Glück.Also wir nichts wie ab in den Hafen,den wir ca 17 Uhr erreichten.Totales Chaos,die Offiziellen waren mit dem Aufgebot an Fahrzeugen schier überfordert und es gab keine organisierte Handlung mehr.Wir wurden gescannt,dh.unser Auto,dann durchsucht und überprüft und schliesslich um 22:30 waren wir völlig fertig auf der Fähre und erreichten mitten in der Nacht,Tarifa.

 

Als Fazit:Marokko ist das Land der Gegensätze,wunderschöner abwechslungsreicher Natur stehen achtlos weggeworfener Müll insbesondere,Massen an Plastik,gegenüber.Freundliche,lächelnde hilfsbereite Menschen auf der einen Seite,absolut nervige extrem fordernde Typen auf der anderen.Armut gegen Reichtum,Überfluss gegen Kargheit.Auch sei mir ein Wort zum Islam gestattet,leider bringt er den Marokkanern,keinen respektvollen Umgang mit ihrer Natur bei,im Gegenteil,sie wird schamlos verschandelt,auch der Umgang mit Tieren ist übel,selbst  den Tieren gegenüber, die Ihnen ihr täglich Brot sichern,haben sie kein menschliches Verhalten,wir haben eigentlich nur gequälte Kreaturen gesehen.Es wird viel Wert auf Dogmen gelegt,Frau und Mann getrennt usw.wobei die Frau sicherlich mehr arbeitet als der Mann.Wir haben jedenfalls nur Männer gesehen die den ganzen Tag nichtstuend Zigarette rauchend an der Strasse sitzen,wartend das irgendetwas passiert,inshallah,eben. Einige Wermutstropfen dieser Reise. Wenn man sich allerdings auf die schönen Seiten dieses Landes einlässt,dann beschert es einem, einen unvergesslichen Aufenthalt. 


Europa hat uns wieder

 

Am nächsten Morgen,ausgeschlafen,weiter nach Malaga und auf dem Campingplatz in Granada,traf uns der Schock.Das Heck des Bullis voller Diesel,das Problem hatte sich augenscheinlich dramatisch verschlechtert,wie unsere Stimmung.Ich rief sofort meine Versicherung an,hatte ich schliesslich einen Auslandschutz mit abgeschlossen.Um eine lange Geschichte kurz zu machen,die konnten uns nicht wirklich helfen,wie irgendwie nicht anders erwartet,gibt es bei Versicherungen immer ein aber.Da morgen Samstag ist und ich nicht weiß ob Werkstätten bzw der Boschdienst geöffnet hat,lassen wir es darauf ankommen und fahren weiter bis zum Totalausfall,denn hier sitzen und bis Montag warten und dann vielleicht doch keine Hilfe vor Ort findend,kann ich nicht,dann lieber volles Risiko.Denn wir müssen weiter nach Österreich,denn hier geht unsere Reisegeschichte weiter. 

Unser Einstieg nach Europa steht leider unter keinem guten Stern.Gott sei Dank haben wir aufgrund meiner Bedenken,wegen des Bullis,Marokko frühzeitig verlassen und nachdem wir guter Dinge waren,wurde unser Enthusiasmus jehe gebremst.

Wir hatten ja gestern schon festgestellt,das unser Dieselproblem schlimmer geworden ist.Aber da der Bulli ja fuhr,wollten wir heute morgen weiter.Das ging aber nicht.

Ich startete den Wagen und er lief nicht rund und ich konnte sehen das die Dichtung zwischen Pumpe und Drucklager,nun endgültig ihren Dienst versagt.Vorläufig kein Weiterkommen,leider,und da Wochenende ist,warten bis Montag,in der Hoffnung das es reperabel ist.Eine neue Pumpe schlägt mit ca 2000 € zu Buche und das wäre für uns,da wir sowieso den Motor tauschen wollten,zu Hause,unakzeptabel.Warten,meine Lieblingsbeschäftigung;-)

Naja machen wir das Beste daraus,denn schließlich hat uns Bulli noch sicher bis zu diesem Campingplatz inmitten der Sierra Nevada gebracht,es gibt sichelich bescheidenere Orte,um seine Zeit zu vertrödeln.

Also sogesehen Glück im Unglück.

 

So nun sind wir nach ewigem Hin und Her mit unserer Versicherung abgeschleppt worden und der freundliche Assistancefahrer,verbrachte den Bulli und uns irgendwo ins Nirgendwo Granadas

und meinte das wir den Schlüssel abgeben sollten und uns nicht mal die Zeit blieb das nötigste aus dem Auto zuholen,geschweige denn wussten wir wo wir waren und wo wir mit Sheila nächtigten sollten,alles in allem eine unschöne,hilflose Situation.Da ich beim aufladen  des Bullis gemerkt habe,das er immer noch läuft  war uns sofort klar,wir gehen lieber das Risiko ein während der Fahrt irgendwo mit unserem Zuhause liegen zu bleiben,als bis Montag wartend ,hier mit totalem Organisationsstress.Also wir unter staunenden  Blicken rein in die Karre eigentlich nur um wenigstens den nächsten Campingplatz aufzusuchen,doch nun sind wir irgenwo in der Nähe von Genova,Süditalien,genau einen Tag später.Zwar Fix und fertig,aber happy das wir es anscheinend doch noch bis Neukirchen schaffen.

 

 

 

Yeah,völlig fertig erreichen wir Neukirchen irgendwann früh am Morgen.Zu allem Überfluss,fängt auch noch die Elektronik an zu spinnen.Ich will das Auto erstmal einfach abstellen und mich in Ruhe um alles kümmern.Ausserdem sind wir,wie Ihr euch vorstellen könnt,total übernächtigt und gereizt,zweiteres trifft nur auf mich zu,denn Claudi behält in stressigen Situationen immer einen klaren Kopf.Da es so früh war und wir zwei Wochen vor der verabredeten Zeit hier aufschlagen wollen wir erstmal schlafen und dann gegen Mittag bei Gerlinde,Sophie und Simon vorbei.Wie immer waren wir aufs herzlichste Willkommen,keine Spur von Bedenken.Wir bekamen unser eigenes Reich mit heißer Dusche Küche und Betten.Alles Dinge die in den letzten Wochen eher spartanisch ausfielen.Und wie wir genossen und schliefen,erstmal richtig aus.Die Gastfreundlichkeit und Warmherzigkeit mit der uns die drei empfingen war absolut schön.

Also werden wir hier drei Wochen bleiben dürfen,das Auto wird gecheckt,wir werden im Schnee wandern,Kontrastprogramm,raus aus der Sonne Marokkos hinein in die verschneite Bergwelt des Pinzgaus.

 

Die Organisation unserer Weiterreise ist abgeschlossen und ich kann euch verraten das es überraschend weitergeht.Wir erfüllen uns und insbesondere mir,einen Jugendtraum und ich kanns noch garnicht so richtig glauben.

Also bleibt schön bei uns,denn ihr werdet noch eine Menge zu sehen bekommen.

An dieser Stelle möchten wir uns nochmal für eure rege Anteilnahme und die vielen Bestätigungen bedanken,macht bitte weiter so denn es ist einfach nur schön.

Bis jetzt können wir sagen,sind wir vom Glück gesegnet,denn die Menschen die wir getroffen haben sind eine Berreicherung für unser Leben,Gruß an all die Reisenden.

Auch hier bleibt uns das Glück hold,denn wir wurden hier bei der Gerlinde wie selbstverständlich aufgenommen und können uns völlig frei bewegen,absolut klasse.So verbringen wir unsere Zeit hier Mit Biken und Wandern und Müßiggang.Der Bulli steht in der Werkstatt und wird repariert,was allerdings eine doch etwas größere Operation wird die auch ein größeres Loch in unser Reisebudget reißen wird,aber dennoch sind wir glücklich und voller Abenteuerlust.Also noch nicht der geringste Anlaß nach Hause zu kommen.Wir vermissen wirklich nichts und mit unseren engsten Freunden und der Familie stehen wir in regem Kontakt,skype machts möglich.Alle stehen nach wie vor hinter uns und wir können sorglos weiter machen,klasse Gefühl.

Also bleibt uns treu,ihr werdet noch so einige Dinge über uns und unsere Reise erfahren.

 

Auf nach Amerika

 

Ja nun erfahrt ihr alle wo es hingeht.

Morgen fliegen wir für drei Monate in den Südwesten der USA.Nach langem hin und her haben wir uns dafür entschieden uns diesen Traum zu erfüllen.Vorraussetzung dafür war allerdings,der Gesundheitszustand unserer Sheila und ihre Unterbringung für die Zeit.Um alle die sich Sorgen machen,zu beruhigen,Sheila gehts super und sie wird bei Gerlinde eine schöne Zeit haben,viel Abwechslung durch immer neue Hunde und im Fall der Fälle ,eine Topmedizinische Versorgung .Natürlich werden wir sie vermissen und wir haben uns wahrlich oft gefragt ob wir so egoistisch sein können.Die Antwort ist ja,denn nach 10 Jahren Dauerverantwortung gönnen wir uns das einfach.

Also die Idee ist nach Ankunft in Las Vegas die National Parks zu besuchen,über Arizona nach Utah,Colorado,Oregon,Kalifornien.Wir sind unglaublich aufgeregt und selbst überrascht über diese unerwartete Änderung unserer Reise,aber wer sich mit spontanen Wendungen schwer tut und sich Neuem verschliesst,sollte nicht reisen,den darum geht es.

Wir jedenfalls überraschen uns seitdem wir unterwegs sind,ständig selbst und das tut gut.Wir lernen uns von Seiten kennen,die uns verschlossen bleiben würden,wenn wir nur zu Hause auf der Couch in unserem"sicheren Leben"sitzen.Wir wollen keine Zuschauer mehr sein,wir wollen die Protagonisten in unserem eigenen Film sein. 

AMERIKA

 

Yeah Amerika,a Dream come true.

Nach einer anstrengenden Reise von insgesammt 26 Stunden,haben wir es endlich geschafft.Um 12 Uhr Nachts erreichen wir völlig fertig Las Vegas.Wow bin ich wirklich hier,wir können es nicht glauben.Klamotten gepackt und mit dem Shuttle in unser Hotel.Ich hatte online ein Zimmer im Excalibur gebucht,ein einfaches für knapp 50 Euro und als wir einchecken,nachdem wir uns mit unseren Rucksäcken durch das erste Casino gekämpft haben,sagt der nette Consierge,You stay only one Night,than i have this beautiful Suite for you,enjoy your Stay.Waaaas,dachte ich bei mir und die sprichwörtliche Freundlichkeit,haut ein förmlich aus den Socken.Also wir ab ins Zimmer und da war sie die erste Suite unseres Lebens,Luxus pur im 28sten Stock.Zwei Flatscreens,Whirlpool direkt neben dem Bett usw.,mann haben wir das genossen und das alles für knapp 50 euro,unsere Glücksträhne hält an,weiter so. 

 

Am nächsten Morgen standen wir ausgeschlafen auf und spülten die Reste eines Jetlags in einem heißen Jacuzzi hinweg.Frühstückten unten in der Lobby und sahen schon die ersten Gambler,die verzweifelt versuchten den Jackpot zu knacken.Es gibt tatsächlich nonstop Gambler,die mit Sauerstoffschlauch in der Nase und Kippe im Mund der Versuchung des Jackpots verfallen sind,bedauerndswerte Kreaturen,wie aus einem Film.Wir checkten aus,was wie alles bis jetzt hier absolut unkompliziert war,überall stehen sogenante selfcheckout Automaten,wo man nur seine Kreditkarte durchzieht,bezahlt und seine Schlüsselkarte in ein Fach schmeisst und fertig.

 

Da saßen wir nun in der Sonne Las Vegas und warteten darauf das uns das Shuttle abholt und uns zu unserem Wagen bringt.Es dauerte nicht lange und ein netter Deutscher holte uns ab und da war unsere Kiste für die nächsten Wochen,ein Dodge Ram Van mit V 8 Motor.Voll ausgestattet mit einem riesigen superbequemen Bett,allem was man als Camper braucht und das geilste die Karre ist mit Automatikgetriebe,ein absolutes Cruisinggefährt,das Gegenteil von dem was wir gewohnt sind.Also letzte Formalitäten erledigt Klamotten eingepackt und ab gehts,Amerika wir kommen.Der erste Weg führt uns in den nächsten Wal-Mart,was einen hier erwartet kann man mit europäischen Masststäben nicht bemessen,einfach unglaublich.Das Vorurteil,das man sich in Amerika nicht gesund ernähren kann,möcht ich an dieser Stelle gleich mal zerschlagen,das stimmt einfach nicht.Nachdem wir uns dann mit dem nötigsten eingedeckt haben,ging es los auf den Strip.Was soll ich sagen,einfach nur geil was da abgeht,alles dreht sich nur um eine Sache,have Fun.Wir sind als erstes ins Mandalay Bay gegangen,eines von den riesigen Hotels,in die man übrigens alle nach Lust und Laune hineingehen kann.Also wir rein in diesen Prunkbau und ins House of Blues,geiler Laden inmitten des Hotels,lecker gegessen coole Livemusik gehört mit dem Kellner gequatscht usw.Als wir den Laden verlassen wollten,fragte ich noch wo den hier die Topacts spielen,kurzerhand kam der Chef des Hauses und gab uns eine Privatführung durch den ganzen Laden,der sich über drei Etagen erstreckt.völlig unkompliziert erklärte er uns das Konzept und liess uns dann mit den Worten alleine zurück,schaut euch alles an und schiesst soviele Fotos wie ihr wollt,ich habe noch was zutun.Da ging er dahin und wir standen da im leeren Konzertsaal total überwältigt von der Freundlichkeit und Claudi ließ die Kamera surren.

Wir sind dann weiter den Strip runter und du kannst wenn du willst von einem Hotel in das nächste gehen über Passagen und alles passt bis ins kleinste Detail,selbst für das Wohlbefinden der Nase ist gesorgt,den es riecht überall ganz wunderbar.

Luxor,Bellagio,Mgm Grand,Wynn usw,eins geiler und pompöser als das andere.Die Amis Klotzen die kleckern nicht und wir haben es wahrlich genossen.

Also wer auf Entertainment steht,kann alles andere vergessen,fahrt nach Las Vegas,es lohnt sich.

 

Die Nacht verbrachten wir auf einem Wal-Mart Parkplatz und am nächsten Morgen ging es ins Death Valley.Drei Buchstaben,Wow.Ich habe ein bißchen die Befürchtung das mir auf dieser Reise die Superlative ausgehen,aber was sich uns da bot war unglaublich.Ich sollte erwähnen das in unserem Mietvertrag steht,das es ausdrücklich verboten ist von Mai bis Sebtember ins Death Valley zu fahren,ich versteh warum.Wir sind hier im April und am Zabrieski Point,machten wir eine Wanderung hinunter zum Valley.Wie wunderschön so eine karge und lebensfeindliche Landschaft doch sein kann,wir bekamen nicht genug davon.

Unendliche Weiten,Farben in sämtlichen Erdtönen und absolute Stille,wir sind unglaublich dankbar,das wir das erleben dürfen.Death Valley,ein  Platz wo die Namen,wie Dantes View,Bad Water usw.nichts Gutes verheissen,bescherte uns das erste Hammernaturerlebniss in diesem Land.

 

Ein kurzes Statement zu der doch sooft erwähnten Oberflächlichkeit der Amerikaner.Die Begegnungen bis jetzt waren unglaublich freundlich und hilfsbereit,da können wir Deutschen uns schonmal eine dicke Scheibe abschneiden.Ehlich gesagt sind mir freundliche sogenannte oberflächliche Leute tausendmal lieber als tiefgründige Stinkstiefel.Wobei die meisten Stinkstiefel nicht tiefgründig sind und die,die immer wieder betonen das Amerikaner oberflächlich sind auch nicht gerade vor Tiefgründigkeit strahlen.Also sollte sich jeder selbst ein Bild machen und seine Meinung im Zaume halten,denn Vorurteile zu schüren,ist mit Sicherheit sehr oberflächlich.Nur mal so am Rande.

 

Am Lake Mead dann unser erster Campside.Auch hier bestechen die Amis mit ihrer Unkompliziertheit.Kein großer Registrierungsaufwand wie in Europa oder selbst in Marokko.Platz ausgesucht Zettel ausgefüllt 10 Dollar in einen Umschlag gepackt,in den dafür vorgesehenden Kasten geschoben,fertig.

Jeder Platz verfügt aufjedenfall über einen Grill , Bank und Tisch,die Toiletten sind sauber nur Duschen gibt es nicht überall,da müssen wir noch sehen auf welchen Campsides auch das zur Verfügung steht.

Herrlich ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen weiter,über den Hoover Damm,Richtung Phoenix bis nach Tuscon.In dem Auto cruist man den ganzen Tag gemütlich ohne Ermüdungserscheinungen und die Geile Musik im Radio trägt ihren Teil dazubei,das wir jede Meile geniessen,Es gibt soviel zusehen,aufgemotzte Trucks,geile Motoräder überall das sonore V8 Geblubber und immer wieder herrliche Landschaften und unglaubliche Weiten.

Saguaro National Park ist unser Ziel.Claudi hatte sich das gewünscht und der Umweg,denn wir wollten ursprünglich nicht soweit in den Süden fahren,hat sich voll gelohnt.ich sprech mal wieder in der Wir Form,denn das was sich uns dort bot hat uns beide derart von den Socken gehauen,das ich hier für Claudi mitspreche.

Wer immer sich eine Wüste mit Cakteen vorstellt,wird nicht glauben mit was für einem Artenreichtum wir hier konfrontiert wurden,Pflanzen in so großer Vielzahl wie wir sie noch nie gesehen haben,wie künstlich arrangiert in einem Park,stehen sie hier direkt neben der Strasse,die sich in sanften Wogen durch diese Kulisse schlängelt,das man denkt,man ist in einem Westernfreizeitpark.

Auch hier checkten wir auf diese unkomplizierte Weise auf einem Campingplatz ein,der mitten im Nationalpark lag und schliefen unter einem majestetischen Sternenhimmel ein.

Es war soweit wir wappneten uns für eine Wanderung ins Klapperschlangenland.

Wir packten unsere Rucksäcke und nahmen genug Wasser mit und gingen einen Trail mitten hinein in diese atemberaubende Landschaft.Was soll ich sagen,wir genossen jeden Schritt und Stille ,Weite und die Friedlichkeit erfüllten uns mit Demuth und für einen Augenblick konnte ich den Nativespirit spüren der hier immer noch gegenwärtig ist.

Wir verbrachten noch zwei Tage dort und waren uns einig,das es einer der schönsten Plätze war die wir jeh gesehen haben,der aussergewöhnlichste war es in jedem Fall.

Heute lernten wir Jeff und Elizabeth kennen,die uns mit wertvollen Insidertips versorgten.Wenn wir auf der Suche nach dem Spirit der Natives(fälschlicherweise bei uns Indianer genannt)sind,dann müssen wir nach New Mexico.Das ändert unseren Plan,doch wenn wir die Tips der hier lebenden Menschen ignorieren,dann wäre uns auch nicht mehr zu helfen.Wir saugten die Infos und derer waren es einige,in uns auf und verabschiedeten uns dankbar mit einem see you on the Road,von den Beiden.Auf nach New Mexico,wo so Namen wie Santa Fe,White Sands oder Roswell,so manche Fantasie in uns wachruft.

 

Doch erst besuchen wir noch das legendäre Pima Air & Space Museum in Tuscon.Das war mehr ein Wunsch von mir,denn ich bin ein Technikfreak und ich wusste welche Anzahl von Flugzeugen hier auf uns warteten,berühmt ist auch der größte Flugzeugfriedhof der Welt,direkt nebenan.Claudi war ja eher skeptisch und tat es mir zuliebe,doch auch sie konnte sich der Faszination dieses Museums nicht erwehren.Soviel Maschinen aus allen Epochen direkt vor der Nase zuhaben,sie anfassen zu dürfen ja sie sogar riechen zu können,das war echt überwältigend und auch hier standen uns die netten Veteranen,die hier ehrenamtlich tätig sind mit Informationen und Antworten freundlichst zur Seite.Besonders in einer Halle die den Veteranen des zweiten Weltkriegs gewidmet war,war kein Mistrauen gegenüber des ehemaligen Feindes,also uns zu spüren.Muß man bedenken das in der Halle eine flying Fortress stand,die und deren Crews,maßgeblich an der Zerschlagung des Hitlerregims beteiligt waren.Sie bezahlten allerdings einen hohen Preis,denn nicht viele kamen wieder zurück.Besonders fasziniert hat mich eine Karte von Europa mit eingezeichneten Flakstellungen und Anflugs und Bombadierungszielen der Bomberstaffeln,meine Güte die waren echt beschäftigt und Bielefeld war zweimal als Target ausgesucht und angeflogen worden.Alles in allem ein lohnenswerter Besuch,der einem zeigt,das man die Vergangenheit zwar ruhen lassen sollte,aber man darf sie nicht vergessen und das ist auch das Erbe, das die nachfolgenden Generationen antreten sollten.

 

Der erste Tip von Jeff und Elizabeth war der Chiricahua National Monument,wie man am Namen hört,Indianerland.Also wir hin.Leider wurde es spät,aber der erste Eindruck ist gigantisch,wir freuen uns auf den nächsten Tag,wenn alles im Lichte erstrahlt.Auf dem Campside inmitten dieses Parks wurde uns eindringlich klar,nachdem wir die Blechtonnen sahen,das wir uns im Bärenland befinden und man sollte da so einige Verhaltendregeln beachten,unter uns,ich bin schon gespannt wie oft Claudi nachts noch auf die Toilette muß;-)Also ich werde euch mehr von diesem nächsten schönen Platz in der Weite Amerikas berichten.

 

 

Am nächsten Morgen wurden wir mit einer atemberaubenden Schönheit konfrontiert.Die Strasse,die nebenbei bemerkt über 50 km schnurstraks geradeaus führte,bis auf die letzten Meilen in den Park hinein,brachte uns in die Berge wo Cochise und Geronimo,die vergeblich versuchten,der weißen Regression zu wiederstehen.Cochise schaffte es allerdings ,sich für lange Zeit in diesen einmaligen Bergen zu verstecken.

Wir frühstückten unser Nachbar Joe,half mir unseren Kocher anzuschmeissen und wir liebten dieses Leben.Joe und seine Frau Diane waren aus Durango und um vorweg zugreifen,bei unserer Abreise hatten wir eine innige Verbindung mit den Beiden,ich insbesondere mit Joe,den ich mir als Vorbild ausgesucht habe,denn falls ich mit 75 Jahren so fit sein sollte,das ich outdoor im Zelt unterwegs bin und immernoch anstrengende Trails hiken kann,dann wäre ich ein überaus glücklicher Mann und das war Joe.

Zwei überaus lebenslustige Kanadische Pärchen,nahmen uns in ihrem Camper mit zum Visitorcenter,die es in jedem Park gibt und von dort brachte uns ein Ranger,übrigens kostenlos,hinauf zum höchsten Punkt ,dem Massai Point.Von dort begann unser 16,5 km langer Trail hinunter zum Camp durch,was soll ich sagen,eine Landschaft wie aus einem Western.Die Geschichte dieses Ortes war mit jedem Windhauch,jedem Vogel zwitschern,jedem Duft zu spüren und über uns kreisten die Habichte.Die Tatsache das es hier eine der größten Berglöwenpopulation gibt und auch Bären und Kojoten hier zu Hause sind,gaben der Sache noch einen ganz speziellen Reiz.Ich konnte mir bildlich vorstellen wie die einst stolzen Krieger der Chricahua Apachen hier auf die Jagd gingen und auch hier war dieser wahnsinnig friedliche Vibe zu spüren.Die Behauptung,Amerika hätte keine Geschichte,entpuppt sich hier für uns als der nächste dumme Irrtum.Wir jedenfalls konnten sie förmlich riechen.Ohne Ermüdungserscheinungen berauscht von den Eindrücken erreicht wir nach 6 Stunden unser Camp und als hätten wir noch nicht genug,besuchte uns zum Abendessen ein neugieriger Nasenbär.Welch eine Freude,Claudia bekam nicht genug von dem süßen Kerl mit der langen Nase,der mit selbiger und seinen kleinen Händen,eifrig den Boden nach Essbaren durchsuchte.

Wir genossen unser Abendessen und unsere Gespräche mit Joe und Diane und vielleicht besuchen wir die Beiden in Durango,see you Guys it was a pleasure meeting you.

Nun ging es nach Fort Bowie dem berühmten Bollwerk gegen die Apachen.Mit jedem Schritt sogen wir die Atmosphäre dieses Ortes ein.Versetzt man sich 130 Jahre zurück,kann man sich vorstellen unter welchen Bedingungen hier auf beiden Seiten gekämpft wurde.Die Amerikanischen Sodaten waren zwar Strategisch im Vorteil,aber die Apachen kannten ihr Land genau und das Leben in dieser Region,wo das Thermometer im Sommer locker auf 50 Grad klettert.Obendrein kämpften sie für ihren Stolz und den Erhalt ihrer Nation,die jungen Soldaten hingegen wurden einfach nur von Ihren Vorgesetzten hierher geschickt,keine besonders schöne Situation,könnt ich mir vorstellen.Nun ja die Geschichte zeigt uns wie das ganze ausgegangen ist.Geronimo wurde mit den letzten seines Stammes hier festgenommen und sie wurden alle in die Reservate geschickt,wo sie teilweise noch heute leben.

 

Das was für uns Europäer als erstes ins Auge sticht,sind die Weiten,die dieses Land zu bieten hat.Hier ist wirklich Platz und wir fahren durch Ebenen die es in Europa nicht gibt.Für uns ein angenehmer Zustand,denn Deutschland ist einfach zu voll und solche Open Spaces findest du bei uns schon mal garnicht.Ebenso ist nicht alles totreglementiert,bei uns hat man ja öfter das Gefühl,als wenn unsere Regierung denkt,sie hat es mit unmündigen Bürgern zutun.Hier ist es so,was dir erstmal gehört,gehört dir und du kannst es behandeln wie du willst,niemand wird dir vorschreiben wie groß zB.deine Terasse sein darf.Es ist dein Land,dein Haus und es bleibt deins.Die Amis können auch mit ihren Autos anstellen was sie wollen,was so manchesmal abstruse Auswüchse annimmt,insbesondere bei den riesigen Pickups die die hier fahren,aber was ich sagen will ist,kein Tüvfuzzi wird über die Zukunft deines Eigentums entscheiden,was ich persönlich cool finde.Aber das geht wohl nur in einem Land wo die Bevölkerungsdichte nicht so extrem ist wie bei uns.Noch eine Sache an die Adresse unserer Radiosender,mann seid ihr einfallslos und langweilig.Hier brauchst du definitiv keinen CD player oder sonstiges,denn für jeden Geschmack ist gesorgt,wir werden morgens nach dem Aufstehen schon mit den geilsten Rocksongs uns unbekannter Künstler auf den Tag eingestimmt,Claudi geht hier voll ab;-))Alles in allem fühlen wir uns hier pudelwohl und sind mit dem Virus Amerikanensis infiziert.Mal sehen was noch so kommt....

 

Wir sind in New Mexico und unser erster Stop ist das Visitorcenter,was an jeder Staatsgrenze zum informieren einläd.Dieses war so klasse,das wir kurzerhand über Nacht blieben.Wir hatten Internetzugang,Strom denn überall ist für Stromzugang gesorgt,Toiletten und den obligatorischen Grill  mit Bank und Tisch,einfach Klasse.Wir haben unsere Homepage aktualisiert uns mit Infos versorgt und sind weiter nach White Sands.Eine weiße Wüste bei Alamorgordo.Und wenn ich sage weiß dann mein ich wirklich weiß,wie Eis.Wenn ihr euch die Fotos anschaut dann könnte man meinen wir sind irgendwo im Schnee gelandet.Hier war sie wieder,die schon in Marokko erlebte Stille.Wir liessen die Seele baumeln und warteten bis zum Sonnenuntergang,der die Szenerie in das ihr gebührende Licht tauchte.Die Gegend hier erlangte zweifelhafte Berühmtheit wegen dem Trinitysite,wo man die erste Atombombe explodieren ließ. Noch heute finden hier diverse Army und Nasa Raketentests statt.

Andere Sehenswerte Orte sind sicherlich das Mescalero Reservat,gleich um die Ecke(für Amerikanische Verhältnisse)ist Roswell das Ufomekka.Billy the Kid trieb hier sein Unwesen und so einige andere illustre Namen der Zeit waren hier in New Mexiko zu Hause.Also ein Muß für alle Westernfans.Ich werde mir hier irgendwo in so einem Store erstmal den gebührenden Kopfschmuck besorgen,den ohne Hut geht bei der Hitze hier garnichts und ich will mir doch nicht meine Birne verbruzzeln.Weitergehts dann die Tage nach Albuquerque.

 

Albuquerque,eine Stadt in der ich mich seltsamerweise nicht besonders wohl gefühlt habe.Ich weiß nicht genau woran es lag,aber hier fühlte ich mich das erste mal in Amerika unsicher.Hier liefen irgendwie seltsame Vögel rum und die Nacht auf dem Walmartparkplatz war auch nicht gerade erholsam.Ich versucht Claudi mit meinem Unwohlsein nicht zu sehr anzustecken,was mir nur bedingt gelang.Wir hörten dann  zu allem Überfluß,das das Gathering of Nations,dieses Jahr zum erstenmal im Stadion stattfindet,da der ursprüngliche Ort restauriert und saniert wird und das es ziemlich voll wird und es nicht einfach wird Karten zu bekommen.Da haben wir kurzerhand beschlossen uns dieses Ereigniss nicht anzutun da wir ohnehin noch 4 Tage hier hätten ausharren müssen,nein Danke.

Wir trösteten uns mit Shoppen und ich erfüllte mir den Wunsch eines originalen Cowboyhutes,den ich mir bei Bootbarn gegönnt habe.Mann haben die eine Auswahl an Boots und Hüten und allem was das Cowboyherz höher schlagen lässt.Und überall wird erstmal gequatscht,die Jungs sind alle neugierig und ich freu mich das ich so drauflos reden kann.Jeder der mich kennt weiß,das ich ein sehr kommunikativer Typ bin und Amerika ist diesbezüglich mein Land.

Wir fuhren dann noch in die süße Altstadt,haben lecker mexikanisch gegessen und das war unser Ausflug nach Albuquerque,New Mexico.

 

Ich bin total aufgeregt,denn heute gehts nach Acamo Skycity,einem Indianerreservat wo die Acamos noch in ihrer Pueblostadt leben.

Meine romantischen Erwartungen sollten nicht erfüllt werden,denn das ganze entpuppte sich als totale Touristenabzocke.Plötzlich stehen überall Verbotsschilder,kein Fotografieren und schon garkeine Videoaufnahmen,Auto parken 20 dollar pro Nase plus Permit für die Kamera,wobei sie kontrolliert wird ob sie wirklich nur Singleshots machen kann und dann per Bus und Führer ab in das Indianerdorf.Viel Blabla und lockere Sprüche täuschen mich nicht über denn Kommertz hinweg.Beiläufig wird unsere Gruppe immer wieder an den Ständen mit den obligatorischen Vasen und Töpfen und Schmuck usw.vorbei geschleust,ätzend.Wir sind sowieso keine Fans von geführten Touren,aber hier wurde eine Illusion endgültig zerstört.Von Nativ Spirit,wie wir ihn in Casa Grande oder auch im Chiricahua  National Monument,gespürt hatten,wo man ihn förmlich riechen konnte,war hier rein garnichts zu spüren.Obwohl dieses Dorf auf eine über 600 Jahre alte Geschichte zurückblicken konnte,war die Atmosphäre erschreckend nüchtern.Wir liessen es über uns ergehen und beschlossen über Sehenswürdigkeiten die in Indianerhand sind einen Bogen zu machen,vorerst.Wahrscheinlich rächen sich so die Indianer für die Regressionen des Weißen Mannes der letzten paar hundert Jahre.Wir waren enttäuscht.Acamo Skycity,der Name verspricht mehr als die Realität hält.

 

Einwenig traurig über diese Erfahrung gings weiter wieder in Richtung Arizona.Sedona ist unser nächstes Ziel und hier holt uns die Kälte nochmal ein.Schon an der Staatsgrenze hatten wir heftige Sandstürme zu durchqueren,aber hier viel nochmal Schnee.Wir befinden uns schließlich auf dem Coloradoplateau mit Höhen um die 1200,1500 Meter.Als wir eincheckten war es saukalt und die Nächte bewegten sich so um den Gefrierpunkt.da nützte es wenig das unser Campingplatz mit Pool und Yacuzzi ausgestattet war.Wir erwärmten uns tagsüber mit Hiken in einer roten Felsenkulisse.

Mann hier haben wir unsere Bikes aber so richtig vermisst,denn das ist wirklich das Mountainbikeparadies.Also ist Wandern unsere Ersatzbefriedigung.Abends dann mit einem ausgeliehen Film in den Van unter die Decke gekuschelt und das wars.Sedona ist wirklich eine kuschilige Kleinstadt die sich voll und ganz dem Tourismus verschrieben hat.Es gibt süsse Shops klasse Restaurants,alles in romantischer Atmosphäre und für jeden Geschmack.Wir fanden es klasse und sind stundenlang durch die Shops getingelt.Claudi wunderte sich,das ich es ohne zu murren solange ertragen hatte,aber ehrlich gesagt hier machte sogar mir Shoppingmuffel das Bummeln Spass.Der Clou war, Arizonas grösste Kunstgallerie.Der Laden war wie ein Museum und die Künstler die dort ausstellten waren bis auf wenige Ausnahmen absoluter Wahnsinn.Der Manager des Ladens beäugte uns erst argwöhnisch und begrüsste uns mit gebotener Höflichkeit,sobald er aber erfuhr das wir Deutsche sind und drei Monate mit dem Van durch Amerika reisen,war sämtliches Eis gebrochen und wir wurden mit neugierigen Fragen bombadiert.Oh Guys thats amazing you will have a blast waren seine Worte.Und obwohl wir offentsichtlich nicht zu seinem Klientel gehören,denn das ein oder andere Stück ging locker in den sechstelligen Bereich,durften wir uns alles in Ruhe anschauen.Dort kam mir die zweite Inspiration,wie ich zurück in Deutschland mein Geld verdienen kann,mal sehen.Er verabschiedete uns herzlichst drückte uns seine Karte in die Hand und sagte go ahead hit the Road.Das mag ich an Amerika,keine Etikette,alles völlig ungezwungen und freundlich.Sedona ein wunderschöner sehr inspirierender Ort.

 

Grand Canyon..........The Hot Spot...Ich will hier nicht viele Worte verlieren.Die Eindrücke sind einfach viel zu überwältigent.Schaut euch einfach die Fotos an und macht euch selbst ein Bild.

 

 

 Wir verliessen den Grand Canyon und stimmten überein,das dieser Ort zu den magieschten dieser Reise gehört.Die Eindrücke die er bei uns hinterlässt sind so gewaltig,das es mir schwer fällt diese in Worte zu fassen.Es war anstrengend und überwältigend,wir trafen nette Gleichgesinnte,wie Ray aus Texas,der uns mit seiner liebenswerten entspannten Art sehr beeindruckte,many greets to you Bro,may we see us again some day,meeting you was a great pleasure.Wir hatten zudem riesiges Glück mit dem Wetter und die vier Tage die wir hier verbrachten waren sonnig und klar.Mann muß bedenken das wir uns am Canyon auf einem Plateau in einer Höhe von gut 2100 Metern befinden.Um diese Tatsache zu untermauern,fing es heute nochmal an zu schneien und es war kalt und grau,so brachen wir auf.Es ging nach Page zum Lake Powell um Michael und Kerstin mit ihren Kindern zu besuchen.Die leben nun schon seit 1996 hier und wir sind schon gespannt.Michael hat uns den Van vermittelt und in den letzten Wochen haben wir sehr oft über Skype gechattet und da haben sich Zwei gefunden.Der Typ war mir sofort symphatisch und er lud uns ein falls wir in der Nähe sind.Michael wir sind und wir kommen.Also falls ihr mal Amerika mit einem Mobile Home bereisen wollt,ist er euer Ansprechpartner,www.DestinationUsa.net.Wir fuhren Meilen über Meilen durchs Navajo Reservat und in Page angekommen,trafen wir Michael am Safeway und er nahm uns mit zu sich nach Hause.Wir waren herzlichst willkommen,Michael entpuppte sich als sehr kommunikativer lustiger Mann und Kertsin war nicht mindersymphatisch und verwöhnte uns mit einem leckeren Essen.Wir quatschten den ganzen Abend und das Gespräch war alles andere als oberflächlich,im Gegenteil.Es war für uns ein ungeheures Kompliment,soviel Persönliches anvertraut zu bekommen.

Einer Sache möchte ich an anderer Stelle ein eigenen Artikel widmen,den Navajos.Denn über die haben wir von Michael soviel erfahren,der Mann wusste genau wovon er sprach,also dazu später mehr.

Wir wurden mit einer Menge Tips verabschiedet und verbrachten die Nacht vor Ihrem Haus in unserem Bett.

Einer der Tips war,die Wave.Eine geschützte Sandsteinlandschaft,in der nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern,nämlich 20,täglich hinein dürfen.10 Tickets werden übers Internet verkauft und die restlichen 10,werden jeden Morgen um 8 Uhr verlost.Also wir hin zu der rangerstation an der die Verlosung stattfindet-Natürlich sind wir nicht die einzigen mit der Absicht und so trafen wir dort 65 Leute die die 10 tickets haben wollten.Jeder bekam eine Nummer und diese kam in eine altertümliche Lostrommel.Unsere Nummer war leider nicht unter den Zehn.Wir versuchen es morgen nochmal,denn es lohnt sich wirklich,die Wave ist einmalig auf diesem Planeten.

 

Nun wir haben es mehrmals versucht,hatten aber leider kein Glück,der Andrang war einfach zu groß.Wir verbrachten drei mehr oder weniger schöne Tage in Page,für mich weniger schöne,da mich eine Erkältung zum Nichtstun verdammte.Michael und Kertsin stellten uns ihre Hofeinfahrt zum Campen zur Verfügung und versorgten mich mit genügend DVDs um mich nicht zu langweilen.

Wir hatten ja eigentlich vor ein bißchen hier zu verweilen um am Lake Powell die ein oder andere Kajaktour zu machen,doch noch ist das Wasser A....kalt und die Temperaturen könnten allgemein etwas wärmer sein.Wir hatten nicht gewußt,das wir uns seit unserer Ankunft in den Staaten,immer auf Höhen um die 1500 bis 2500 Metern befinden,das Coloradoplateau und in den Höhen kann es um diese Jahreszeit schon noch recht kalt werden oder sogar schneien.Also uns war es einfach noch zu kalt.So verwarfen wir auch erstmal den besuch des Yellowstone Nationalparks,denn dort oben war noch Winter.Michael,der sich durch seinen Job in Amerika bestens auskennt,versorgte uns ertsmal mit diversen Tips und so werden wir in das Monument Valley und dann weiter nach Moab zum Biken fahren.Danke vielmals für eure Gastfreundschaft,ihr beiden und vielleicht sehen wir uns im Juni nochmals wieder.

 

Monument Valley,was für eine Kulisse.Fotos können wirklich nicht annähernd rüberbringen,welche Weite uns hier erwartete.Wir konnten mit dem Auto direkt über eine Piste ins Valley fahren und genossen jede Sekunde.An einer Stelle hielten wir besonders inne,am Thumb,am sogenannten Northwindow.Wir hatten klares Wetter und so hatte man einen wahnsinns Weitblick.Hier verschmolzen förmlich Raum und Zeit und die eigene Größe wurde wieder in die richtige Relation gesetzt.Das sind die Momente ,wenn ich sage,Mother Nature is my Church.Wir bekamen nicht genug davon.

Der Campground befindet sich auf einem kleinen Plateau,so das man einen herrlichen Ausblick auf das Valley hat.Wow was für einen Sonnenuntergang wir dort erleben durften und der Nachthimmel wurde durch unzählige Sterne erhellt.Monument Valley wie schön du bist.

 

Es ging weiter nach Moab,dem Eldorado für alle die es lieben sich Offroad zu bewegen,ob mit dem Auto,Motorrad oder wie in unserem Fall mit den Mountainbikes.Gleich bei der Ankunft bereuten wir,das wir unsere Bikes nicht dabei haben,hier kann man sich so richtig austoben.Die ganze Stadt ist dem Biken ausgerichtet und wir beschlossen gleich am nächsten Tag uns zwei auszuleihen.

Leider ist hier zu der Jahreszeit Hochsaison und dem entsprechend fielen die Leihgebühren aus.Egal wir wollen Slickrocks fahren und so ging es am nächsten Tag auf den gefürchteten Slickrocktrail.

Wir waren sehr euphorisch,so nach dem Motto,sind doch nur 20 Meilen von der City hoch und den Trail und wieder zurück,kann doch nicht so schwer sein,wir sind schließlich schon ganz andere Touren gefahren.Doch der Slickrocktrail entpuppte sich als das Härteste was wir bis dato gemacht haben.Wunderschöne Landschaft,wunderschöner Trail aber absolut anstrengend.Es geht die ganze Zeit über die Sandsteindünen,die nicht besonders hoch sind aber sehr steil und es gibt verdammt viele davon.Wir schafften den Trail nicht ohne den ein oder anderen Anstieg zu schieben und brauchten insgesammt 5 Stunden für die gesammte Runde und erreichten völlig fertig aber glücklich Moab.Mann da haben wir uns aber ein Steak verdient.

Direkt in der nachbarschaft ist der Arches Nationalpark,also wir hin und auf den Devilsgardentrail.Obwohl wir von Gestern noch gezeichnet  waren sind wir doch den gesammten Trail gelaufen,wieder 11 km gewandert.Die Natur und der Trail waren einfach zu schön und liessen uns die gestrige Tour total vergessen,nicht genug wir fuhren dann zum Sonnenuntergang noch zum Delicate Arch und gingen auch noch die 5 km um uns ein gutes Foto zu ergattern.Der Park ist wunderschön und bei der Rückfahrt beschlossen wir morgen nochmal wieder zu kommen und genossen die von der untergehenden Sonne

Am nächsten Morgen holten wir uns das Permit für den Hike ins Fiery Furnace,denn nur mit dem Permit der Ranger ist eine Wanderung dort erlaubt,da die Natur dort sehr fragil ist.An dieser Stelle möchte ich mal ein Lob an alle Ranger und Visitorcenter ausstellen,Leute ihr macht eure Arbeit hervorragend.Wir wurden immer mit absoluter Freundlichkeit  mit den nötigen Informationen des jeweiligen Parks oder des Staates versorgt.Wir finden das Konzept der National und Stateparks,sowie der Recreationareas klasse.Es dient sowohl dem Naturschutz und ermöglicht seinen Besuchern freien Zugang zu den schönsten Naturschauplätzen,ohne alles über zu reglementieren,beneidens und nachahmungswert.

Also zu der Wanderung ins besagte Fiery Furnace,sagte die Rangerin Mother Natures Playground und das trifft es haargenau.Es gibt keine gekennzeichneten Trails mehr,mann muß sich selbst orientieren den Stand der Sonne im Auge behalten, viel klettern und sich seinen Weg suchen.Ich erzähl euch nicht zuviel wenn ich sage,das das einen Heidenspass macht trotz der Verantwortung die man trägt.Denn auch hier gibts Klapperschlangen ,die Sonne brennt auf das Köpchen und man kann sich verlaufen.Doch wir sind mittlerweile echte Outdoorfreaks und wissen genau was wir tun,was uns echt mit Stolz erfüllt.So genossen wir unseren weiteren Tag im Arches National Park und Abends schliefen wir seelig und zufrieden ein.

 

Die Wettervorhersagen für unsere eigentlich nächste Etappe,dem Yellowstone Nationalpark,fiel derart vernichtend aus,das wir entgültig unsere Route ändern mussten.Schnee und Frost in der Nacht wollen wir wirklich nicht mehr und wir werden unseren Besuch dort oben auf den Juni verschieben.So geht es jetzt erstmal Richtung Südkalifornien,zuerst in den Joshua Tree NP und dann weiter nach San Diego,die Küste hoch bis Nordkalifornien und dann rüber nach Yellowstone.So unser Plan fürs Erste.

 

Wir machten uns früh Morgens auf den Weg,verabschiedeten uns von den Leuten die wir auf dem Campingplatz kennengelernt haben,wie jede Begegnung äußerst herzlich,holten uns einen Kaffee und ein paar Bagles und waren wieder on the Road.Moab,Kayenta,Flagstaff und in Ashfork auf die Route 66.In Seligman einem kleinen Nest wie eine Filmkulisse,aßen wir zwei leckere Hamburger im berühmten Snowcab.Nichts weiter als ein Imbiss,aber mit zwei Entertainern als Besitzer mit Sammelleidenschaft.Der ganze Laden platzte förmlich vor Schnickschnack,selbst die beiden Bretterbuden im Hinterhof,die sich als Toiletten entpuppten,waren davon nicht verschont.Wir dachten bei dem Anblick nur an deutsche Imbisse,diese stinkenden Buden ohne Atmosphäre.davon war dieser Laden soweit entfernt wie die Erde von der Sonne.Einfach einmalig,man verabschiedete uns mit,you guys are crazy have a good Trip.Wir klebten unsere Visitenkarte zu den Tausenden anderen und gingen mit einem breiten Grinsen.Dieses Land war bis jetzt an jedem unsere Stops lachend gastfreundlich und willkommmend heißend,wir fühlen uns hier pudelwohl,vielen Dank an euch die wir bis jetzt trafen.

Wir rockten weiter die 66 und schliefen irgendwo in der Wildniss in absoluter Stille.Am nächsten Morgen gleich der nächste Kick(get your Kicks on Route sixtysix).

Oatmann,eine ehemalige Goldgräberstadt.Wir schlugen dort ziemlich früh so gegen 8 Uhr auf und die Strasse war noch leer.Wir parkten unsere rote Emma und gingen freudstrahlend durch diese Westernkulisse.Eine Frau stand rauchend vor dem Oatmann Hotel und meine Frage beantwortet sie mit,die Läden machen nicht vor 10 Uhr auf aber ihr könnt bei mir Frühstücken.Yeah,wir rein ins Oatmann Hotel und du kommst durch die Tür und denkst du träumst noch.Der ganze Laden und der ist wirklich nicht klein, hängt voller 1 Dollarnoten.seit 1928 haben Besucher sich mit persönlichen Witmungen auf diese Weise in dem Laden verewigt.Insgesammt um die 60000 1 Dollarnoten hingen dort und gaben dem Ganzen eine surreale Atmosphäre.Natürlich steuerten wir die 60001 Note dazu und durften sie mit Stolz an eine freie Stelle tackern.Hier schmeckte das Frühstück,das nur aus Pancakes mit Sirup und dünnem Kaffe bestand,trotzdem lecker.Das ganze Dorf war Atmosphäre pur und Inspiration,denn in einem Laden wurde ich auf etwas aufmerksam das vielleicht ein gutes Geschäft werden könnte.Ich bin gleich zu dem Mann an der Kasse und habe Ihn darüber befragt,der mir aber erwiederte er sei nur der Angestellte,ich müsste schon mit dem Boss reden.So rief er seinen Boss kurzerhand an und schon hatte ich einen Mann in North Dakota an der Strippe und führte mein erstes Geschäftsgespräch.Er war sehr interssiert und wir verblieben,das wir uns beide Zeit nehmen um darüber nachzudenken und er mir ein Angebot mailen wird.Ich will nicht zuviel verraten,da ich selber noch nicht weiß ob es funktionieren könnte,aber ich werde es anchecken .Nur soviel es handelt sich um Historische Artikel,von denen ich mir vorstellen könnte das sie in Deutschland und vielleicht Europa gut laufen könnten,mal sehen.Überhaupt bekommt man hier eine Menge Ideen für div.Kleinunternehmen.Und die Amerikaner packen das an,sie erkennen die Möglichkeiten und greifen sie und keiner würde sich hinstellen und sagen,das kannste doch vergessen,das läuft nie,da kannste doch kein Geld mit verdienen.Da sind die komplett anders,hier werden dir keine Steine in den Weg gerollt du wirst nur Zuspruch erfahren,oh great,good Idea.Auch wenn man es vielleicht nicht immer so meint oder vielleicht auch ein bißchen schwindelt aus Höflichkeit,so ist es für den,der etwas machen möchte doch viel besser mit Optimismus umgeben zu sein,als diese ewigen Skeptiker.Wie gesagt sehr Inspirierend.

Wir shoppten ein paar Souveniere für die Lieben zu Hause und weiter gings.

Immer coole Mucke im Radio verliessen wir dann die 66 und erreichten Kalifornien und wurden an der Staatsgrenze kontrolliert."Hey Man do you have any plants pets or fruits in your car?",war die sehr ernst rüberkommende Frage des Beamten,ich,kuz überlegt,dann meine Antwort,"just a banana in the back sir",darauf er grinsend,"oh you are in trouble man",ich,"should i take it out?" darauf erwiederte er nur mit er müsse doch unbedingt mal zum Oktoberfest,mal ein richtiges Bier trinken,hier wären die ja wohl zu klein,wünscht uns "a nice trip man" und wir waren in California.Es ging endloslange Highways durch die Mojavewüste nach Twentynine Palms.Dort holten wir uns einpaar Steaks für den Grill und noch das ein oder andere um zwei Tage im Joshua Tree Park zu Campen und da sind wir.

 

 

Der Park entpuppt sich als genauso einzigartik,wie alle bis jetzt.Die Campgrounds sind einfach,aber dafür liegen sie mitten im Park und obwohl wir uns mitten in der Wüste befinden,strozt die Natur nur so von  Leben,sowohl pflanzlicher wie tierischer Art.Gleich am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg,diese Wüste zu erkunden.Wir trafen die uns mittlerweise zur Routine gewordenen Vorbereitungen,insbesondere genügend Wasser mit zunehmen,Sonnenschutz und Mütze aufs Köpfchen und ab.Gleich hinter dem Camp eröffnet sich unseren Augen dieser herrliche Anblick,Felsen,Joshuatrees,Pflanzen in verschwenderischer Vielfalt,die man hier definitiv nicht erwarten würden und überall raschelt es.Eidechsen Hörnchen queren immer wieder unseren Weg und auch hier ist Vorsicht geboten,denn auch hier gibts ne Menge Klapperschlangen und nicht nur die.Wir geniessen die Wildniss und achtsam suchen wir unsere Wege,die uns immerwieder an überraschende Plätze bringt,wie zum Beispiel,alte Goldminen,Autos,Gräber usw.Die Sonne brennt gnadenlos und der heftige Wind ist anstrengend,aber wir lieben es und wir fragen uns immer wieder,wie es Menschen geben kann die dieses nicht genauso geniessen können wie wir,irgendwie unvorstellbar,das nicht jeder von diesem Anblick fasziniert sein würde.

Wir bleiben und wandern am nächsten Tag bei heftigstem Sturm noch auf den höchsten Berg der Umgebung um den Blick übers Tal zu erhaschen.

Dann gings weiter San Diego wir kommen.

 

Wenn mann mich fragen würde,ob es auf dieser Reise,einen Platz gegeben hat,den einen,das persönliche Paradies sozusagen,dann würde ich wahrscheinlich antworten,San Diego.

Diese Stadt hatte soviel Charme,der uns Beide sogleich in den Bann zog.Sie war recht groß aber total relaxt,der Pazifik vor der Tür,die Wüste im Hinterland,schnuckeliges Seaport Village.Man kann klasse shoppen,essen,das Abendprogramm sorgt für genügend Abwechslung,ob Livemusik,Comedy Theater oder Museumsbesuche,alles ist möglich mit der für Californien so typischen Gelassenheit.Einfach klasse die City und das aus meinem Munde,wo ich doch eigentlich kein Großstadtfan bin und ich selbst in Städten wie zum Beispiel Köln irgendwann die Krise bekomme.Aber hier fühlten wir uns vom ersten Augenblick an wohl.San Diego ist auch ein großer Navi Stützpunkt und im Hafen tummeln sich so einige große Schiffe und Flugzeugträger,die Midway ist als Museum umfunktioniert.Besonders beeindruckt hat mich der Walk of the Greatest Generation.Zum Andenken an den Mut und die Tapferkeit der Generation die gegen das Hitlerregime gekämpft hat.Mir wurde bewusst wieviel ich und wir alle in Europa diesen jungen Menschen zu verdanken haben,sie haben uns sozusagen die freie Welt geschenkt und uns von diesem Tyrannen befreit.Ich werde mich bei nächster Gelegenheit persönlich bei einem dieser Veteranen bedanken.Also San Diego ist ein Tip und vielleicht sehen wir diese Stadt wieder,würde mich freuen.

 

Interstate 5 Richtung Los Angeles,Huntington Beach,Laguna Beach,wo wir sage und schreibe 65 Dollar für einen Statebeachplatz zum übernachten bezahlt haben,einmal und nie wieder Statebeach.

Weiter Venice Beach wo wir natürlich den berühmten Boardwalk entlang sind,doch so berühmt war es dann auch wieder nicht,viel Touri-nepp,ich traf Cori einen coolen Mucker aus La und wir  quatschten über unser handwerk,er gab mir ein Promo seines Sounds und wir verabschiedeten uns mit dem hier üblichen Faust auf Faust und take care.California sind cool,das haben wir schon bemerkt.Dann gings weiter über Sunset Boulevard durch schöne Wohngegenden,Beverly Hills,Sunset Strip,Hollywood Boulevard und der berühmte Walk of Fame.Achso wir kamen noch am Guitar Center vorbei,selbstredend musste ich da rein und hab mich prompt verliebt,Takamine ist ihr Name und wäre die Rücknahme im Flugzeug nicht so schwierig und der Zoll nicht so teuer,wäre sie jetzt mein.Ich werde deine Schwester in Deutschland kaufen meine geliebte Takamine,sie wird mein neues Handwerkzeug.Überhaupt ist Amerika und speziell diese Stadt für mich musikalisch sehr inspirierend,man hört den ganzen Tag geilen Sound im Radio man sieht Bands in Venice man spricht mit Musikern,aus "der" Stadt für Musiker und stellt fest die kochen auch nur mit Wasser und sagt sich was die können kann ich auch und so ist es.

Zurück zum Walk of Fame,der sich uns auch als eher enttäuschend unglamerös entpuppte.Viele Touristen viele Look a Likes und das wars.Die Sterne zu Füssen gingen wir auf und ab und waren doch erstaunt das auch diese riesige Stadt absolut entspannt rüberkam.Wir konnten jedenfalls von Hektik nichts spüren,hatten wir doch riesigen Respekt vor der Fahrt in und durch die Stadt,doch es klappte völlig problemlos.Nichtsdestotrotz verliessen wir gegen Abend die Stadt Richtung Malibu,immer den Highway Number 1 nach Norden.

 

Leider haben wir Pech mit dem Wetter uns sunny California zeigt sich uns von der grauen und kalten Seite,hätte mir das jemand vorher erzählt,hätte ich es nicht geglaubt.Wir fuhren noch bis Morro Bay,einem verschlafenen Fischernest,in der Hoffnung das es sich am nächsten Tag aufklärt,den schließlich lag der Big Sur vor uns,eine,wenn nicht die schönste Küstenstrassse der Welt.

doch auch dieser Tag zeigte sich nebelig und eher herbstlich und so zeigte sich uns der Big Sur nicht von seiner aller schönsten Seite,aber immer noch schön genug um es zu geniessen.Wir sahen See Elephanten,Pelikane und Nebelwälder,fuhren über alte Brücken durch Fischer und Touristen Orte und erreichten schließlich Monterey.Wiur checkten in einem Motel ein und beschlossen unsere Route ein weiteres Mal zu überdenken,denn die Wettervorhersagen für San Francisco und Nord Kalifornien sahen eher besch.... aus,vom Yellowstone Park,der eigentliche Grund für diese Runde,mal ganz zu schweigen.Frieren wollen wir wirklich nicht und nach san Francisco kommen wir sowieso.Daher beschlossen wir kurzerhand wieder in die Wüste nach Arizona zu fahren.Wir werden unsere Kajaktour auf dem Lake Powell nachholen,uns noch den North Rim des Grand Canyon ansehen,zum Zion NP,und dann Mitte Juni über Las Vegas nochmal an die Küste fahren,in der Hoffnung das der Sommer bis dahin angekommen ist.Der Yellowstone NP fällt für diese Reise somit aus.

 

Übrigens sind wir gerade im Yosemite NP angekommen,das es hier sehr schön ist,brauch ich nicht extra erwähnen.Leider ist es sehr voll und so müssen wir bis 15 Uhr warten und hoffen das uns ein Campground zugeteilt wird.

Es ist 15 Uhr und wie besprochen finden wir uns an der Rangerstation ein,um einen der wenigen freien Campingplätze zugeteilt zu bekommen.Um es kurz zu machen,Pech gehabt leider nicht für uns und somit wird unser Aufenthalt im Yosemite nur von kurzer Dauer sein.Wir hatten nicht damit gerechnet,das der Park so dermassen überfüllt sein würde.Ziemlich angefressen von unserem fehlenden Glück machen wir uns weiter auf den Weg.Leider ist die Passstrasse die wir nehmen wollten,noch geschlossen und so müßen wir einen Umweg von mehreren hundert Meilen fahren,auch noch.Unsere Stimmung war dementsprechend,wie ihr euch vorstellen könnt.Es ist selbst im Mai nicht so einfach über die Sierra Nevada zu kommen und nur eine Passstrasse bringt uns Richtung Osten und so erreichten wir nach zwei Tagen Fahrt,Carson City Nevada.Der Name verspricht mehr,als die Stadt tatsächlich hält.Da war der Besuch in Virginia City,nur wenige Meilen entfernt,schon viel interessanter.Westernfeeling an jeder Ecke,geschichtsträchtige kleine Stadt,wo z.B. Mark Twain für die Zeitung arbeitete,diverse Western gedreht wurden und immer wenn Familie Cardwright,von der Ponderosa in die Stadt ritten,dann war es Virgina City.Uns hat der Besuch sehr gefallen.

 

Mann hatte uns gewarnt,die Route 50,quer durch Nevada zu fahren,könnte langweilig sein,denn immerhin hat sie den Ruf,the loniest Highway of the United States,zu sein.Lonely war die Strecke,aber langweilig?Für uns nicht,wir lieben diese endlosen Weiten wo es nichts gibt ausser Natur,von atemberaubender Schönheit.Ein stetiger Wechsel von Farben und Formen und eine Ebene löst die andere ab.Uns gefiel Nevada sehr,scheint wohl eines der dünnbesiedelsten Staaten der USA zu sein.Irgendwann nach endlosen Meilen tauchen dann kleine Städtchen auf wie Eureka.Nicht mehr als eine Ansammlung von Häusern links und rechts des Highway.Da wir schon mehrere Stunden unterwegs waren und der Magen knurrte,hielten wir bei einem typischen Amerikanischen Diner an und betraten die skurille Atmosphäre mit noch skurilleren Typen.Wir orderten Burger, Fries und Bier und freuten uns das alles erleben zu dürfen.Im Radio lief standesgemäss Country Music und die Farmer Burschen kamen verdreckt vom Feld und holten sich ihr Abendessen.Wir fuhren an dem Abend noch bis Ely und schliefen dort auf dem McDonalds Parkplatz.

Nevada hat was und wir bemerken erneut,das uns die Wüste magisch anzieht.Hier ist es der Kontrast zwischen den endlosen Ebenen und den schneebedeckten Bergen.

So hatte der Umweg doch was Gutes und wir waren froh das alles hier gesehen zu haben.

 

Der nächste Park auf unserer Tour sollte der Zion sein in Utah.was soll ich sagen,wir hätten es besser wissen müssen.Niemals am Wochenende Nationalparks besuchen,erschwerend kommt hinzu,das hier die Schulferien angebrochen sind.Ich machs kurz,keine Chance,total überfüllt.Die Serie setzt sich fort.

Wir wichen aus und fuhren zu den Coral Pink Sanddunes,dort hatten wir Glück und der Ranger gab uns einen stornierten Platz.Es gibt über den Park nichts wirklich aussergewöhnliches zu erzählen,viel Sand der eben leicht Pink leuchtet und für die Quad und Buggyfahrer ein Eldorado ist.Nicht der ruhigste Platz.

Am nächsten Morgen,wir wollten gerade los,da lernten wir Dennis kennen.Nach dem üblichen Erstaunen,das wir Deutsche sind die mit einem Van aus New Jersey mehrere Monate in den USA unterwegs sind,lud er uns auf eine Fahrt in seinem aufgemotzten Buggy ein.Wow,was fürn Spass.Das Ding ging ab wie Schmitz Katze und Dennis konnte fahren.Es ging die Dünnen rauf und runter er nahm sie teilweise wie Steilkurven und es war einfach nur geil.Auch Claudi bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht,obwohl sie am Anfang ein bißchen skeptisch war.So sind sie die Amis und wieder einmal sind wir begeistert von dieser uneigenützigen Freundlichkeit.Claudi zeigte Ihnen noch Fotos von unsere Wüstenfahrt mit dem Bulli,denn das konnte Dennis und sein Frau nicht wirklich glauben,das man mit einem Vanagon,so heißt der Bulli hier,in der Wüste rum fahren kann.Um so größer war ihr Erstaunen zu sehen,das es sehrwohl geht.

Ein Wehrmutstropfen wenn man unterwegs ist,ist,das man nette Menschen zurücklässt mit der Gewissheit sie nie wieder zusehen,so wie auch in diesem Falle.Wir tauschten Email Adressen und weg waren wir.

 

So ist eine der größten Herausforderung unserer Reise,das Loslassen können,sowohl von geliebten Dingen,im Vorfeld, wie leider auch immer wieder von uns lieb gewordenen Menschen.Wir werden uns nie daran gewöhnen und jeder Abschied fällt uns schwer,wir trösten uns,mit dem größer werdenden Schatz an Erfahrungen und Begegnungen,von denen jede einzelne eine unwiederrufbare Spur hinterlassen hat,auf beiden Seiten,so hoffen wir zumindest.

 

Da wir uns in der Nähe der wave befanden,beschlossen wir erneut an der Lotterie teilzunehmen.Leider wiederholt ohne Erfolg.Wie heisst es so schön,Pech im Spiel,Glück in der Liebe?Ich werde aufjedenfall in Las Vegas kein Geld aufs Spiel setzen.Wir machten zum Trost einen Hike in den Paria Canyon und holten uns reichlich nasse Füsse.Es stürmte wie sooft auf unserer Reise und wir wurden regelrecht gesandstrahlt.Was soll ich sagen,wir genossen es trotzdem und wir lieben die Natur mit all ihren Wiedrigkeiten.

Am nächsten Morgen,wußte ich noch nicht das ich den Rest des Tages wehmütig sein würde.Ihr kennt das sicherlich,du triffst einen Menschen und merkst sofort eine tiefe Verbundenheit,so erging es mir.Wir campten am Trailhead zum Pariacanyon und morgens als ich aus dem Bulli kroch,traf ich auf Anne.Wir waren uns sofort symphatisch und kamen ins Gespräch.Sie war ein Postbotin aus Aspin Colorado und war alleine mit ihrem Pickup unterwegs.Versteht es nicht falsch,es ging hier nicht um eine sexuelle Attraktion,sondern um eine rein menschliche.Wir quatschten und quatschten und beschlossen alle drei nochmal zur Rangerstation zu fahren um in die Wave zu gelangen.Wir brachten ihr Glück,sie gewann und so trennten sich unsere Wege.Anne wäre sicherlich eine sehr gute Freundinn geworden,da waren Claudi und ich uns einig und die Gewissheit einen Soulmate vielleicht nie wieder zusehen macht uns und insbesondere mich sehr melancholisch,da es auch nicht das erste Mal war,aber wer weiß,Anne maybe we see us again in the Future.

 

Da waren wir wieder,bei unseren Freunden in Page.Herrlichstes Wetter ,schwimmen im Lake Powell und große Freude am Wiedersehen mit Michael,Kerstin,Nöhle und Mucki;-))und natürlich Sumse und Männlein.Wir sind Reisende und so bringt es mit sich,das wir nur temporär aufschlagen,aber wir sehen uns vielleicht in Las Vegas wieder.Danke für eure Gastfreundschaft und bei euch bekommt man die beste Medizin die es gibt,Lachen.

Wir fahren weiter zum North Rim des Grand Canyon um uns diese gewaltige Erdspalte nochmals anzusehen,dieses Mal von der Nordseite.

 

 

Am Northrim angekommen,mussten wir feststellen,das es auf Grund seiner Höhe,noch richtig kalt war.Der Wind trug seinen Teil dazubei,das unser Aufenthalt nur von kurzer Dauer war,ebenso fanden wir,das,dadurch,das es nur einen Trail hinunter gab und dieser sich über 22km erstreckte und wir keine permit für die Übernachtung in der Lodge unten bekamen,der Reiz zu bleiben sich in Grenzem hielt.Wir hatten den Southrim schließlich ausgiebig genossen und so fuhren wir weiter.

 

Über den zweitägigen Aufenthalt in Kanab,gibt es nichts besonderes zu berichten,ausser das Claudi und Ich unsere Zukunftspläne konkretisierten und uns beim relaxen im Park unter schattigen Bäumen richtig gute Ideen kamen und wir uns das erste Mal so richtig auf die Rückkehr freuten.

 

Ab die Post zum Zion.Nachdem unser erster Versuch kläglich in die Hose ging,hofften wir nun mehr Glück zu haben und wir hatten es.Wir campten auf dem Southcampground und hikten die nächsten Tage mit die schönsten Strecken unserer Reise.Die Landschaft des Zion wurde geformt durch den Virgin River der sich seit Äonen durch den weichen Sandstein frisst.Wir machten unseren ersten amerikanischen Klettersteig auf  den Angels Landing,nichts für Menschen mit Höhenangst und deswegen für mich eine lohnenswerte Therapiestunde und den Trail zum Observationpoint mit grandiosem Blick auf den gesammten Park und zur Belohnung die erste Klapperschlange,die sich unter einem Trockenbusch gerollt hatte und sich um uns überhaupt nicht scherte.

Wir genossen die riesige Wiese an der Lodge unter Cottonwoodbäumen und lebten unseren Traum.Achso,hier nutzte ich übrigens die Gelegenheit zu einem weiteren höchst emotionalen Gespräch,mit dem 84 Jährigen Henry,über das von mir schon erwähnte Thema,der Invasion in der Normandie.Diese Gespräche mit völlig wildfremden Menschen,bedeuten mir unglaublich viel und die Botschaft die ich an dieser Stelle,stellvertretend für Deutschland übermittel,bedeutet diesen Herren unglaublich viel.Das nur mal so am Rande.

 

Dann kams,die Wüste zeigte ihr wahres Gesicht.wir fuhren wieder nach Nevada zum Lake Mead und die Temperaturen stiegen mal locker auf 40 Grad im Schatten und Nachts wurde es nicht kälter als 30 Grad.Tagsüber in der Nähe des Wassers mit der Möglichkeit sich regelmässig abzukühlen,war ja alles ok.Die trockene Hitze ist ohnehin besser zu ertragen,aber nachts im offenen Bulli ohne Bettdecken nur mit der Unterbüchs bekleidet zu liegen,mit einem heißen Föhn der dir permanent auf die Pelle bläßt,das war eine völlig neue Erfahrung und kann man auch nicht wirklich erzählen,das muß man einfach erleben.Nun wir ihr euch denken könnt,bestand unsere Haupttätigkeit aus abhängen am Beach und schwimmen im Lake Mead,was herrlich war.

Randbemerkung:Als wir uns Abends bei berühmtem Fastfoodrestaurant einen Burger holten,viel mir ein das ich euch noch von Free Refill erzählen wollte.Also in jedem Fastfoodrestaurant und von diesen gibt es hier in den Staaten unzählige,gibt es Free Refill.Das heisst du bezahlst durchschnittlich einen Dollar,für einen leeren Becher in unterschiedlichen Größen und dann kannst du dir sooft den Becher mit einem Softgetränk deiner Wahl mindesten 6 bis 7,an der Fountain auffüllen,kein scheiß du kannst dich mit Cola zuschütten.Das wird wohl einer der Gründe sein,warum es hier doch recht viele korpulente Menschen gibt und ich schätze Mal,das die Diabetisrate hier recht hoch ist.

 

Da waren wir zum zweiten Mal in Las Vegas und wir hatten uns vorgenommen unvernünftig Geld auszugeben und das taten wir.Wir checkten wieder im  Excalibur ein und unser erster Besuch galt dem Outlet Center und wir nutzten diese Chance und selbst mir als Shoppingmuffel saß der Dollar locker in der Tasche.Nur mal so zum Vergleich,Levis Jeans,bei uns um die 100 Euro,hier 40 Dollar.

Wie gesagt wir gaben unvernünftig viel Geld aus und hatten einen riesen Spass dabei.Ebenso habe ich mir doch meine Traumgitarre gekauft,allerdings nicht billiger als in Deutschland,aber ich habe da so ne Macke und für mich hat es einen mentalen Grund die Gitarre in Vegas gekauft zu haben.

Wir rockten den Strip rauf und runter,rein in die Hotels und Casinos und Las Vegas hat in gar keinem Fall an Reiz verloren,im Gegenteil,wir waren genauso geplättet wie beim ersten Mal.

Man muß es einfach selbst erleben um zu verstehen was den Reiz dieser Stadt ausmacht.Übrigens hier könnte ich auch sofort hinziehen.

Am nächsten Morgen waren wir mit unseren Freunden aus Page verabredet und die Wiedersehensfreude war groß.Hier am Pool liegend stellten wir fest,das wir hier wirklich Freunde gefunden haben und das beruht auf Gegenseitigkeit.Leider ist auch immer der Abschied ein Teil unserer Reise und so auch hier und zwar vorläufig zum letzten mal für lange Zeit .Eine solange Reise ist gezeichnet von Extremen und genau das ist es was dich spüren lässt das du lebst und genau deswegen haben wir unser altes Leben verlassen.Auf Wiedersehen Ihr aus Arizona wir haben euch lieb gewonnen.

Wir fuhren raus zur Fremont Street,einem der älteren Bezirke Vegas in Downtown.Hier wurde mal eben eine ganze Strasse mit einem LED Bildschirm überzogen und wir reden hier von mindesten 200 Metern,schätzungsweise.Die ganze Strasse war in Musik und buntem Licht einghüllt und die Spots die man auf dem größten Bildschirm der Welt zeigte waren atemberaubend.Das ist das richtige Wort für die Stadt,ATEMBERAUBEND.Wir verbrachte den ganzen Abend bis spät in die Nacht in dieser Glitzerwelt und fielen fertig und glücklich in unser königliches Bett.

 

Es ging weiter und noch ein Abschied und auch dieser fiel uns schwer,Las Vegas...... schwermütig verlassen wir diese Stadt und durchquerten die Mojave Wüste Richtung California zum Sequoia National Park.Bei der Fahrt vielen nicht viele Worte und zum ersten Mal hatten wir so etwas,wie Reisemüdigkeit.Wir vermissten Sheila,wir waren nicht wirklich aufgeregt über das was auf uns die nächsten  Tage wartet und erst meine Bemerkung,das wir wohl die einzigen Stoffel sind die durch Kalifornien cruisen bei herrlichtstem Sonnenschein und laange Gesichter ziehen,brachte uns wieder zum Lachen und bei der Ankunft  im Nationalpark,war das Reisefieber auch wieder ausgebrochen,nur Sheila vermissten wir immernoch sehr und nur der Gedanke sie in drei Wochen wiederzusehen,brachte uns Erleichterung.

 

 

Das Beeindruckenste was wir jeh sahen,da waren wir uns einig,waren diese riesigen Bäume,die größten Lebewesen der Welt.Man fühlt sich in eine Zeit zurückversetzt,als Gigantismus das Lebenskonzept war.Unter einem Baum zu stehen der 2 bis 3 Tausend Jahre alt ist,ist wahrlich ein bewegender Moment und zeigt einem die eigene Größe auf. Als wären wir geschrumpft,streiften wir durch diesen Märchenwald und als wäre das noch nicht genug,überraschten uns 5 Schwarzbären,die sich friedlich auf einer Feuchtwiese an Kräutern genüsslich taten.Sie beobachteten uns,aber da wir keine Gefahr für sie darstellten,liessen sie sich von uns in keinster Weise stören und wir konnten bis auf 30 meter rangehen,uns hinsetzten , beobachten und Fotos schiessen,in dieser wunderschönen friedlichen Atmosphäre.Der perfekte Einklang der Natur ist wahrlich ein göttlicher Moment.Glücklich über das Erlebte,sogen wir jeden Moment,jeden Geruch und jedes Geräusch in uns ein und waren dankbar.Sequoia die wahren Könige dieser Welt.Übrigens,interessanter Weise,lieben diese Bäume Waldbrände,da ihre Zapfen starke Hitze brauchen um aufzugehen und die Bodenverhältnisse nach einem Brand für die Keimlinge optimal sind.

 

Es ging weiter Richtung Küste und wir stellten fest,das Kalifornien der Camperunfreundlichste Staat der USA ist.Die ganze Strecke vom Sequoia NP bis zum Point Reyes,nördlich von San Francisco,ergab sich uns nicht die Möglichkeit zu Campen,kaum zu glauben aber Wahr.Ebenso ist Kalifornien auch mit Abstand der teuerste Staat und so zahlten wir im Point Reyes schlappe 35 Dollar für einen primitv Campground.Wir hättens wissen müssen,hatten wir schließlich schonmal 60 Dollar für einen Statebeachplatz bei LA bezahlt.Wir waren ein bißchen angefressen ob der Preise hier.Am nächste Morgen bemerkte ich eine riesige Lache unter dem Van,ich dachte es wäre Kondenswasser der Klimaanlage und erst ein kurzer Geschmackstest ergab,das es sich um Kühlflüssigkeit handelte,die Wasserpumpe war undicht.Ein kurzes Telefonat mit Dominik in New Jersey,dann fuhren wir zur Mietstation in San Francisco.Ich habe den Überlauftank aufgefüllt und die Temperaturanzeige immer im Auge und so erreichen wir ohne Probleme die Mietstation.Die Jungs dort waren einfach spitze und sofort machten sich die Mechaniker an die Arbeit,Wasserpumpe wechseln.Das Ersatzteil war innerhalb einer Stunde vor Ort und man legte eine Spätschicht ein um uns wieder on the Road zu bringen.Diese Zwangspause ermöglichte uns eine fahrt mit dem Zug nach Downtown San Francisco und egal in welchem Land oder in welcher Stadt,aus einem Zugfenster sieht man immer auch die häßlichsten Seiten einer Stadt und auch SF hat diese.Wir besuchten Chinatown und machten uns gegen Abend wieder zurück und übernachteten in einem Motel ganz in der Nähe der Mietstation.Am nächsten Morgen holte man uns ab und da saßen wir wieder in unserem rollenden Bett.Es hört sich vielleicht komisch an,aber nach solanger Zeit im Auto unterwegs,kam ich mir den einen Abend ohne,vor wie ne Schnecke ohne Schneckenhaus.Ist doch wie ein sicheres Zuhause so ein Campingcar.

Wir fuhren nochmal raus zum Point Reyes und froren denn die Küste hier hat Wettertechnisch zwei Gesichter.Es kann schön sonnig sein,aber trotzdem bläst ein echt kalter Wind und leider lädt auch der Pazifik nicht zum schwimmen ein da die Wasssertemperaturen eher kalt sind und auch die Warnschilder an den Beaches vor gefährlichen Strömungen und vor den Great White Sharks warnen.Also Hut ab vor all den Surfern die sich teilweise trotzdem in die Fluten stürzen.Hier hab ich sie auch wieder gesehen,die Kitesurfer,geil das werde ich irgendwann auchmal ausprobieren.

 

Yeah,wir checkten in einem kleinen Hotel in Downtown San Francisco ein,nachdem wir genug gefroren und zuviel fürs Campen bezahlt haben,teures Kalifornien.

Wir machten die nächsten Tage die Stadt mit ausgeliehenen Bikes unsicher,es bestätigt sich mal wieder,es gibt keine bessere Art fremdes Terrain,besonders Städte,zu erkunden,wie mit Fahrrädern.Wir sahen alles,Fishermans Warf,den Golden Gate Park die Promenaden und fuhren natürlich über die Golden Gate Bridge nach Sausalito und dann mit der Fähre zurück an Alcatraz vorbei.Wir sahen die Seelöwenkolonie im Hafen und jede Menge schräger Vögel die auf unterschiedlichste Art versuchten,den Touris das Geld aus den Taschen zu ziehen.Alles in allem genossen wir die Zeit hier,allerdings waren wir uns einig das San Francisco nicht zu unseren Favoriten dieser Reise gehört.Wie schon erwähnt,hat Kalifornien bei den meisten Europäern einen übertriebenen Ruf.Uns zeigte sich dieser Staat meistens von eher unangenehmen Seiten,es ist sauteuer,absolut Camperunfreundlich was die Preise und Möglichkeiten angeht,die Kalifornier halten sich für obercool und es ist im Gegensatz zu den anderen Staaten die wir besuchten einfach viel zu überfüllt und reglementiert.Es erinnert halt sehr an Europa,was die Amis natürlich mögen,wir aber lieber meiden.

So flüchten wir nocheinmal Richtung Norden die Küste hinauf,nicht wirklich wissend was wir mit unserer restlichen Zeit noch anfangen sollen.Unser Meilenbudget ist so ziemlich aufgebraucht und bei uns setzt nun endgültig die Reisemüdigkeit ein.Wir haben einfach keinen Bock mehr großartig weiter rumzufahren,unsere Speicher sind voll und reif für eine Überarbeitung.

Wir relaxten noch einige Tage an den schönen Stränden Nordkaliforniens und beschlossen die letzten Tage in einem Motel in der Nähe des Flughafens einzuchecken.

Wir freuen uns auf Europa und auf das was uns die Zukunft bringen wird und insbesondere können wir es kaum erwarten unsere Sheila wieder zusehen.

 

Es ist soweit,alles eingepackt,noch schnell einen Extrakoffer für das mehr an Gepäck besorgt und ab zum Airport.Ich würde das an dieser Stelle eigentlich garnicht erwähnen,aber der Rückflug wurde für mich zum Abenteuer.Ich muß erwähnen,das ich nicht wirklich ein Fan von Flugzeugen bin und nach unserer Zwischenlandung in Chicago,gings los.Über dem Atlantik fiel mir auf,das etwas aus der Tragfläche strömte,ich dachte erst an Kondensstreifen,aber nachdem erst der Steward dann der Copilot,versuchten unauffällig aus dem Seitenfenster zu schauen,wurde ich nervös.Die Stewardessen flitzten aufgeregt den Gang rauf und runter und dann kam die Ansage,wegen technischer Mängel müssen wir umdrehen und in Boston zwischenlanden.Diese 45 Minuten waren für mich der reinste Horror,da ich anscheinend der einzigste war der sich wirklich sorgen machte.Ich drückte Claudis Hände bis sie blau waren und sah schon den Schaumteppich auf der Landebahn.Ich schwor mich nie mehr über kleine Wehwechen aufzuregen wenn wir das hier überleben.Nun wir haben überlebt und ich habe mich noch nie so gefreut festen Boden unter den Füssen zu haben.Mann konnte den defekt anscheinend Vorort reparieren,tankte die Maschine wieder voll und nach 2 einhalb Stunden ging es weiter.Mein Bedarf an flugzeugen war fürs erste gedeckt.Zurück in deutschland machten wir uns auf den schnellsten Weg um unsere Sheila einzusacken.Der Bulli lief und so trennten uns nur noch Minuten von einander.
Die Freude war groß und so blieben wir nicht lang und bedankten uns bei Gerlinde und den Kids für das Hundeasyl und fuhren nach nur zwei Tagen.Wir trafen nocheinmal unsere Freunde Uwe Beate und Laurin in Bayern,was auch sehr schön war,doch wir merkten das unsere Speicher voll waren und wir sämtliche Pläne,noch etwas gemeinsam zu unternehmen,über Bord warfen und so fuhren wir in fünf Tagen übers Berchtesgadener Land Salzburg,Prag und Dresden nach Hause und da sind wir.
Voller neuer Ideen Eindrücken und Inspirationen wird es eine Weile dauern,bis wir wirklich angekommen sind und die Zeit werden wir uns auch nehmen.
Wenn uns einer nach der wertvollsten  Erfahrung unsere Reise fragt,dann sage ich,es hat Claudi und mich noch mehr zusammen gebracht und war für eine nun schon 12 jährige Beziehung ein absoluter Jungbrunnen.Desweiteren ist es erstaunlich wie wenig man braucht um glücklich zu sein.Das reduzierte Leben,auf materialistischer Basis,ist eine Erfahrung die jeder Mensch unserer Gesellschaft machen sollte,um die Relationen wieder ins rechte Licht zu rücken.Für uns war es jedenfalls eine absolute Berreicherung und diese Einstellung wird uns den Rest unseres Lebens begleiten,gesellschaftliche Zwänge hin oder her.Lebe dein Leben mit Spass und Freude,im Hier und Jetzt,denkt nicht zuviel an das was sein könnte oder was war. Hör nicht auf andere,niemand hat das Recht über dich zu urteilen.Wir sind reich aber pleite,von unserer Reise zurückgekehrt und haben es nicht eine Sekunde bereut diesen Schritt zutun.
Hört auf euer Herz tut was euch Freude bringt und ihr müsst eure Leere nicht mehr mit Konsumgütern füllen.
Vielen dank an Alle die uns so interessiert begleitet haben und Allen die wir trafen,danken wir für die unvergesslichen Momente,die wir gemeinsam erleben durften.